“Unsere Europäische Art”


Wenn Ursula von der Leyen von der „europäischen Art zu leben“ entgegen Johnson spricht (1), benutzt sie ausgrenzendes Vokabular, dass nicht besser als das der Brexit Front ist, wo mit der Floskel des „our British Way of Life“ – unserer britischen Lebensart –  gleichfalls argumentiert wird.  Wer sich so wie von der Leyen positioniert, definiert die EU als selbstgerechtes Bündnis welches so, mit dem Wort „unsere“ klar anderen Regionen und Ländern gegenüber ausschließt und das Wohl der Zivilisation prinzipiell für sich behauptet. Ich bin für Großbritannien in der EU, dass bedeutet aber noch lange nicht, dass derartiges Gelabere von der angeblichen „europäischen Lebensart“  entgegen andere Regionen der Welt, Gültigkeit hat. Wer zu stark auf „unser Europa“ pocht darf nicht vergessen  was „unsere Lebensart“  bedeutet, wenn Europa als Konsument von Gütern und Ressourcen betrachtet wird und kollektiv mit den von europäischen Staaten verursachten historischen Katastrophen und Kriegen, Genoziden, dem Kolonialismus, der Sklaverei, der Welteroberung-und-Bevormundung und der forcierten Missionierung, dem Holocaust und dem ehemaligen und heutigen Menschenhandel. Großbritannien mag durchaus tiefer in seine absichtlichen Übersehen blicken müssen, sich entkolonialisieren, damit das Empire Denken sich beruhigt, aber jene die zu laut Europa schreien, sollten dies ebenfalls tun. Neben dem nächsten „europäischen Cappuccino im mediterranen Cafe mit Meerblick schwimmen Leichen von Menschen über bereits seit Jahrzehnten und Jahrhunderten versunkenen Skeletten, deren aller Präsenz auch die „Lebensart Europas“ mitdefinieren. Nur aus diesen Erfahrungen darf das Gelübde zur angeblichen „europäischen“ Toleranz, der Gerechtigkeit Gleichberechtigung, Solidarität und Menschenrechte verstanden werden.