Taz: Tierschützer an vorderster Front : Badgers, badgers, badgers…

Deutsch:

Gegen Gräueltaten in England!

Wer dachte das Europa oder der Mord von Woolwich englische Gemüter erregt, kennt dieses Volk nicht. Am Samstag gab es in Westminster ein gutes Beispiel davon.

 Engländer lieben den Underdog!

(c) dzx2.net

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(c) Daniel Zylbersztajn
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Es ist ein Gerücht, dass die  Engländer sich gewöhnlicherweise für die politischen Underdogs einsetzen. Am Samstag waren es aber keine Hunde, sonder Dachse und weder die rechtsextreme BNP noch die Antifaschisten konnten so viele Leute auf der Straße bringen wie die Anhänger der  schwarz-weißen Vierbeiner, und das eineinhalb Wochen nach der brutalen Ermordung von Lee Rigby und mitten in der wirtschaftlichen Rezession.

www.taz.de/Demonstrationen-in-Grossbritannien/!117301/

Special English Commentary (this is not a translation of the German article but a specially

written separate commentary for my English blog readers):

When two opposite political groups are about to meet such as the BNP (British National Party and the UAF (Unite Against Fascism) you may think it is a major event.  In fact it was, though  the main reason for that were neither.  It were the over 1000 demonstrators who called for an end of the budger cull.  In the mean time the Metropolitan Police managed to keep all groups relatively well apart (but some badger supprters joined the UAF group later on).  Still 58 arrests were made, all supporters of UAF.

The real story here is that most people are politically apathetic in the UK.   This was very clearly seen during the last regional elections, with (c) Daniel Zylbersztajnturn outs between 20 and 40 percent.    The more significant it is, that a topic as insignificant to human lives in times of austerity as badger culling got people onto the streets en mass.  For sure standing up for badgers brings humane morals towards animals to light, and it is an exercise of showing that the British government is pushing through supposedly unscientific advice, if you believe the supporters of this cause.  But one and a half weeks after Woolwich, and after years of hardship and cuts  I was left with a curious sense of disbelieve.  Neither did the BNP get more people to support their anti-immigration and anti-Europe ticket, presumably those who hold such believes switched sided with a party that doesn’t have a long history of far right affiliations, UKIP , nor did the anti-fascist UAF supporters match the numbers of supporters of those four legged black and white creatures.  It is in a way most peculiarly British phenomenon.  Perhaps time for some of the right media like especially the Daily Mail and the Sun to switch their discussions about immigrants and the EU to the topic of animal rights.  This is what the nation is really worried about, or so it seemed on Saturday.

You can read my original report using google translate (if you do not speak German) here:

www.taz.de/Demonstrationen-in-Grossbritannien/!117301/

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Ukip on the Block (Taz. Die Tageszeitung)

Benfleet Haltestelle

A short intro paragrah in English can be found at the end!

Mein Bericht über das Städtchen Benfleet in Essex, dass die Populistenpartei Ukip als Lösung ihrer lokalen (!) Probleme auserkorren hat:

Link:  http://www.taz.de/Wahlerfolge-britischer-Rechtspopulisten/!116246/

Was nicht in die Zeitung kam und weitere Beobachtungen:

  • Wikingerdenkmal BenfleetIm 5. Jahrhundert von Sachsen gegründet, wurde Benfleet im Jahr 893 zu einer Festung dänischer Wikinger, doch bereits im darauf-folgenden Jahr wurden diese von den Sachsen angegriffen, besiegt und letztendlich vertrieben. Mehr als 1.000 Jahre später ist nun eine Partei an der Macht, die sich, gemäß der frühen Geschichte der Stadt, stark gegen die Einwanderung Fremder einsetzt.
  • Ian und Ann Brown in ihrem Suesswarenladen in BenfleetAuch politische Apathie muss bezüglich dieser Wahlen erwähnt werden. In einem Wahlsystem, dass keine Mindestwahlbeteiligung kennt, bemühten sich im gesamten Shire Essex nur 27.6 % der über eine Millionen registrierten Wähler ihr Zettelchen abzugeben. In Benfleet selber waren es 31.4 % der insgesamt 13.159 Wahlberechtigten. Ian Brown, 48 ist einer der Leute die nicht wählten. “Sie sind alle gleich, machen Versprechungen, die dann nicht gehalten werden“, urteilt der 48-Jährige, der auf der Hauptstrasse Benfleets einen Laden mit traditionellen Süßwaren führt. Auch seine Frau Ann wählte nicht, aber nur weil es diesmal zeitlich nicht geklappt hat. Normalerweise, versichert sie, wähle sie kritisch, „jedes mal je nach politischer Lage und dem was die Politiker sagen“. Das andere MitbürgerInnen jetzt Ukip wählten, bedauert die Geschäftsberaterin. Sie verstehe aber, dass manche zu kurzschlüssigen politischen Haltungen kommen. Sie erzählt, wie Ihr Mann Ian wegen der Rezession und der gleichzeitigen Konkurrenz billigerer europäischer Arbeitskräfte nicht mehr als Gipser, sein eigentlicher Beruf, überleben konnte. So kam es vor zwei Jahren zu dem Süßwarenladen.

  • Die Stadtflucht weißer Engländer, meist aus den ärmeren Vierteln Londons, ist nahezu legendär und führte zur Metamopphorse des ehemaligen gehänselten typischen Cockney Londoner, zu „typischen Essex Männern“ und „Essex Blondinen.“ Diese sind nach dem vorurteilshaften Stereotyp, neureiche Londoner aus der Arbeiterklasse die nach Essex zogen. Ihnen wird eine angebliche einfache politischen Meinung, die von oberflächlichen und angeberischen Konsum getrieben wird, angerechnet.

  • „Richte dem Mann aus, dass Mr Campbell ihm sage, er spiele mit dem, was hinter Nellys Schwanz ist.“ (‘Nelly der Elefant’, engl. Kinderlied). Der 77 jährige gebürtige Jamaikaner, der dies verkündet, kam 1955 nach England. Er erinnert sich noch an die Schilder vor Mietwohnungen in London. „Keine Schwarzen, keine Iren, keine Kinder!“. Vor 30 Jahren zog er nach Benfleet, da er in einer nahegelgenen Ölraffinerie arbeitete. Die Antieinwanderungspolitik Ukips macht ihn wütend: „Einst sprach mich jemand auf der Straße an und beschuldigte mich, dass ich ihm seine Arbeit genommen hätte. Da fragte ich ihn: ‘Welchen Job habe ich Dir genommen, den Du je gewollt hättest?’“

  • Kampagnenflugblatt gegen neue Siedlungen im "Greenbelt", BenfleetEssex bleibt aber nachwievor von den Konservativen,mit 42 Sitzen dominiert. Labour ergatterten neun Sitze, und die Grünen konnten ihre ersten zwei Sitze in Essex feiern (auch hier hatte es etwas mit geplanten Bau in geschützten Grünzonen zu tun).
  • Clr. Alan Bayley, Ukip, BenfleetMit den nationalen und persönlichen Erfolg Ukips im Rücken, erkundigt sich Alan Bayley, neugierig wie es mit den Chancen für Alternative für Deutschland steht.

  • Dem Benfleeter Bewohner David Bowden bereitet das alles Sorgen. Der Medizinfotograf im nationalen Gesundheitssystem versteht sich als Sozialist. „Was mich am meisten stört ist, dass einige meiner Nachbarn, die enthusiastisch von Ukip reden, Veteranen sind, die einst durch ihren Einsatz die Welt vor dem Nationalsozialismus retteten. Ich glaube sie haben vergessen, worum es damals ging. Zu jedem der Ukip wählte sage ich: „Seid vorsichtig was ihr Euch da wünscht!“

  • The owner of a tatoo and barber shop on the high street, where a man greeted me who had the three swards of Essex tattooed on his cheek, told me after explaining myself, that “I was in  the wrong shop.”  After I said that I was interested in their opinion, they said, we are trying to politely tell you you to go,!” which I did.
  •  Im “Conservative Club” Benfleet, der der konservativen Partei gehört ist eine populäre Bar. Mehrere Konservative gestanden dort Ukip hat recht, und manche sogar dass sie für Ukip gewählt haben.  Insofern spielt sich die Rebellion unter den Konservativen im Unterhaus auch in den lokalen Parteivereinen ab.

Conservative Club Benfleet ist nicht mehr der beliebteste Club der Stadt.

ENGLISH:

Benfleet in Essex is a typical town in Essex.  It is one of nine areas in Essex were Ukip was voted in during the May 2013 local elections.

My article introduces the political outlook here, which is pretty much the same across the country where UKIP managed to get 25%

of all votes.  In my opinion UKIP knows pretty much what to say and what not to say, even on local level, although one of the local Essex candidates has been reported in the gay press as having made remarks concerning gay marriage.

Ukip seems to attract two kind of voters.  One group are disgrunteled voters of the main parties, the others hopeful voters of the right, including the far right.  Ukip says they would not let any BNP member become a Ukip member and in that they would be the only party to do so in the country.

Benfleet is a place with relatively few immigrants.  It has however a population that is part of the “Essex man syndrome”, that is former Londoners who openly state that they did not want to remain in diverse London, and rather take their kids in schools “where English was not the minority.”  I felt that most who were vocal about immigrants had a rather negative view of these, not appreciating advantages and contributions made.

At the same time, as anywehere else in Europe the EU debate is alive here.  However rather than just focusing on currency and the problems of the market , it focuses much on Eastern Europeans.

In the German bit above, you can also read what did not make it into the paper and extra observations.

Link:  http://www.taz.de/Wahlerfolge-britischer-Rechtspopulisten/!116246/ use googletranslate to enter this link and get a reasonable translation.