Terror in London: Balance der Risikofaktoren. Verdacht auf unbehandeltes Trauma. | Terror in London. Possible untreated PTSD in killers of Woolwich say experts

Terror in London: Balance der Risikofaktoren.

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Verdacht auf unbehandeltes Trauma bei Attentätern sagen forensische Experten.

Das Video Michael Adebolajos in der er vor der Handykamera mit Blut verschmierten Händen eine Aussage macht, wurde weltweit gesehen. Aber zu welchen Folgerungen kommen Experten in der forensischen Psychologie hierzu?

Dieser Bericht wurde in den Medien nicht veröffentlicht. Ich würde mich darüber freuen von Lesern zu hören wie nützlich sie diese Interviews aber fanden.  Bitte hinterlassen Sie deshalb einen Kommentar am Ende.

ENGLISH:

Terror in London.  Possible untreated trauma of  murderers could possibly have led to the murder of Lee Rigby say experts.

After the Woolwich murder of Lee Rigby I interviewed two foresic psychologists, leaders in their field,  about the “bloody hands video” that circulated arund the world.  An unusual and interesting and informative assessment of the psychology of those who murdered the soldier Drummer Lee Rigby.

Use googletranslate or similar to get a reasonable English translation (simply put the entire link http://wp.me/p2dMvS-Al  inside.

© DANIEL ZYLBERSZTAJN  2013 Terror in London: Balance der Risikofaktoren.

Verdacht auf unbehandeltes Trauma bei Attentätern sagen forensische Experten

Das Video Michael Adebolajos in der er vor der Handykamera mit Blut verschmierten Händen eine Aussage macht wurde weltweit gesehen. Aber zu welchen Folgerungen kommen Experten in der forensischen Psychologie hierzu?

Daniel Zylbersztajn befragte zwei Experten in menschlicher Gewalt.. Dr. Claire Lee ist Expertin in Kriminalitätsentwicklung, Entscheidungsvorgängen am Tatort, und Persönlichkeitsstörungen. Sie arbeitet an der Universität Portsmouth im internationalen Forschungszentrum für forensische Psychologie. Dr. Jeff Victoroff ist ein Arzt und Professor für klinische Neurologie und Psychiatrie an der Universität von Südkalifornien. Seine Spezialisierung liegt bei menschlicher Aggression, der Psychologie von Terroristen und Selbstmordattentäterin und er ist Mitglied vieler internationaler Gremien über Terrorismus und Aggression unter anderem für die NATO und die Vereinten Nationen.

Daniel Zylbersztajn: Wie würden Sie die Aussagen von Michael Adebolajo vor einer Handykamera auslegen, nachdem er gerade den britischen Soldaten Lee Rigby auf offener Straße brutal zerhackt hatte. Er entschuldigt sich sogar, dass Frauen dies sehen mussten. Liegt hier etwa eine mentale Erkrankung vor?

Nee: Es ist ein Beispiel von Radikalisierung, im Gegensatz zu einer mentalen Störung, weil es ihm möglich ist, sein Verhalten in dieser Extremsituation zu erklären und zu rechtfertigen.

Victoroff: Genaues kann man aus dem Video nicht schließen. Adebolajo zeigt in dem Video weder Anzeichen, die auf Wahn, interne Dränge oder schizophrene Störungen deuten lassen, aber man kann es nicht ausschließen. Auch ist der Grad seiner Erregung ist eher untypisch für eine starke Depression. Die relativ deutliche Rede und der stabiler Stand und Gang machen auch einen Rausch, wie durch Alkohol, unwahrscheinlich. Was seine Entschuldigung gegenüber Frauen betrifft, ist es schwer zu beurteilen, ob es eher was mit seinem Temperament, seiner Erziehung, oder kulturell Gelerntem zu tun hat, oder ob er in der Tat ein kleines bisschen Reue zeigt. Es können aber auch derartige psychodynamischer Faktoren vorliegen, für die man fünf Jahre Untersuchung braucht, um sie zu entdecken.

Daniel Zylbersztajn: Sie sagen er erklärt seine Tat mit relative Klarheit. Ein Akt eines rationell denkenden Terroristen also?

Victoroff:Nach meinem besten Wissen ist Rationalität keine menschliche Eigenschaft. Sie meinen eher das Fehlen einer starken Denkstörung, so wie etwa ein Wahn? Aber Sie sollten beachten, dass Menschen die nicht an einer mentalen Krankheit leiden, dennoch nach Schemen unzähliger bewusster und emotionaler Neigung handeln. Nimmt man die Rede Adebolajos buchstäblich, dann kann sein emotionales Motiv für seine Gewalttat zu begehen, eine Kombination der folgenden vier Szenarien sein:

Eine Reaktion auf echte Vorkommnisse, vor allem die nicht-islamische westliche Militärbesetzung auf hauptsächlich islamisch bewohnten Boden

Die Art wie durch seine eigene Persönlichkeit diese Ereignisse interpretiert und gefühlt werden. Zum Beispiel alles in „schwarz-weiß“ zu sehen, was ganz typisch bei Fundamentalisten ist und die Wahrnehmungsflexibilität mindert.

Einflüsse von Personen die ihm als wichtig und gebührend erscheinen, wie zum Beispiel bestimmte Imame.

Ein Auslöser aufgrund einer persönlichen Verletzung oder Demütigung, und welche er seinen politischen Feinden zuspielt, oder so irrelevant ist, wie der Abbruch einer Beziehung, also ein Racheakt oder eine verlagerter Wut.

Daniel Zylbersztajn: Adebolajo befand sich aber nach Aussagen der englischen Medien seit mindestens sechs Jahren im Zirkel militanter islamischer Randgruppen. Ist so eine Assoziation auch genug, um einen Menschen zu solchen Gewaltakten zu bewegen, oder bedarf es dazu gewisser psychologischer Schwächen?

Nee: Je mehr Risikofaktoren bestehen, umso wahrscheinlicher ist das Ausgeliefertseins zur potenziellen Indoktrinierung. Zu solchen Faktoren gehören alle möglichen soziologischen und individuellen Faktoren. Zum Beispiel sind die soziologischen eine Abstammung von einer marginalisierten Gruppe, als auch ein versperrter Zugang zum Erziehungssystem, zu gesundheitlicher Verpflegung, oder zum Arbeitsmarkt. Das Erfahren von Rassismus und rassistischen Attacken, persönliche oder familiäre Traumata, Misshandlung, sowie das Fehlen von Respekt durch andere in Autoritätsstellungen gehören ebenfalls zu diesen Faktoren. Sie hinterlassen alle ein Gefühl der gesellschaftlichen Ausschließung. Wenn man zu diesen soziologischen Faktoren, individuelle Faktoren zieht, dann wird es wahrscheinlicher, dass sich jemand durch solche Bewegungen indoktrinieren lässt.

Daniel Zylbersztajn: Sie nannten auch individuellen Faktoren?

Nee: Zu individuellen Faktoren gehören Erinnerungen an traumatische Vorfälle, ein niedriges Selbstbewusstsein und eine Ausgesetztheit externer Kontrolle der Lebensumstände, sowie verschiedene Persönlichkeitsstörungen, sowie narzisstisches oder unsoziales Verhalten. Es ist also eher unwahrscheinlich, dass sich jemand solchen Bewegungen anschließen würde, ohne dass einige dieser Faktoren zutreffen.

Victoroff: Individuen haben viele Zugehörigkeiten, Schulkollegen, Religion, Familie oder ein Fußballverein. Irgendwann in Adebolajos Leben verstärkte sich sein Zugehörigkeitsgefühl mit denen, welche wütend auf das Benehmen des nicht-islamischen Westens sind, und zum Ausschluss aller anderen Zugehörigkeiten.

Daniel Zylbersztajn: Was sie da beide sagen, hört sich an, als ob nahezu jeder zum Terroristen gedrängt werden kann. Ihre genannten Faktoren sind ja bekannte Muster aus dem Leben vieler?

Fast jeder kann zum Terroristen gedrängt werden. Aber einige wissenschaftliche Beweise suggerieren, dass nur eine kleine Untergruppe sich tatsächlich bewaffnet und die Zivilbevölkerung angreift. Depression, angeborene Aggression, Verlustgefühle und posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) und eine Tendenz die Welt in Schwarz und Weiß zu sehen sind wohl die entscheidenden Faktoren, die jemanden dazu bringen politischen Beschwerden mit Gewaltakten zu beantworten, etwa eine Person unter Zehn oder gar hunderttausend Anderen, eher selten.

Nee: Es mag selten sein, aber immer mehr Menschen sind davon betroffen, und zwar in Gesellschaften auf der ganzen Welt. Der Grund ist die sich global ausgebreitete Rezession.

Daniel Zylbersztajn: Oh das ist ja Armut als einer der Hintergründe. Bei diesem Fall in London reden aber alle von Religion und Ethnizität?

Nee: Ich weiß nicht welche Entscheidungskriterien die Regierungsanalytiker benutzen, aber in den Medien liegt der Schwerpunkt wahrscheinlich zu oft nur bei Ethnizität.

Daniel Zylbersztajn: Es heisst, dass Adebolajo wahrscheinlich in Kenia vom dortigen Geheimdienst gefoltert worden ist, und dass man ihn auch mit sexueller Misshandlung gedroht hätte. Danach wurde er von den englischen Sicherheitskräften verfolgt. Er sei dadurch ein verschlossener Mann geworden, im Gegenteil zu vorher. Vom Mittäter Michael Adebowale wird gesagt, dass er miterleben musste, wie ein Freund aufgrund eines brutalen rassistischen Angriffs starb, bei dem auch er selber vom Täter verletzt worden war. Welchen Einfluss können solche Erlebnisse haben, ins besondere, wenn es schon ein vorheriges Interesse an militanten Bewegungen gab?

Nee: Wenn sich diese Tatsachen über die Folter und den miterlebten Mord als wahrhaft erweisen, besteht bei mir überhaupt kein Zweifel, dass solche Erfahrungen die beiden verletzlicher gemacht haben könnten, um durch radikalen Gruppen indoktriniert zu werden. Solche Erfahrungen sind aber traumatisch bedingt, im Gegensatz zu psychotischen mentalen Erkrankungen.

Victoroff: …und sie mögen auch Rache gegen die Leute suchen, von denen sie glauben dass sie die persönliche Verletzungen verantwortlich sind. PTBS stört die emotionale Regulierung und senkt die Schwellgrenze, bei der unproportionale Reaktionen provoziert werden können. Aber eine Komplikation von PTBS war auf alle Fälle kein Faktor beim Mord selber. Nichts im Video lässt darauf schließen, dass er bei der Tat in einem dissoziativen Zustand war.

Daniel Zylbersztajn: Wer kümmert sich denn in Großbritannien, um Menschen die Traumata erfahren haben?

Nee: Behandlungszentren im mentalen Bereich. Der Überweisung zu einer Behandlung geht über den Hausarzt. Aber diese Behandlungszentren sind in Großbritannien vollkommen überlastet. Es ist möglich, dass Tausende, niemals um Hilfe fragen, und gerade dann, wenn sie sich ohnehin von der Gesellschaft ausgeschlossen fühlen.

Daniel Zylbersztajn: Und hätte man den beiden helfen können? Sollten Fachkräfte im mentalen Gesundheitsbereich viel öfter mithelfen? Wenn die Effekte der traumatischen Erfahrungen in einer Therapie aufgearbeitet worden wären, dann wäre es weniger wahrscheinlich gewesen, dass Adebowale und Adebolaja ihre Missstände durch das Aufsuchen einer radikalen Gruppe gelöst hätten.

Victoroff: Aber echte mentale Erkrankung ist oft gar nicht vorhanden. Ich glaube nicht, dass eine erweiterte Überwachung durch Experten im Bereich der mentalen Gesundheit Terrorakte ernsthaft verringern würde.

Laut Aussagen einer englischen Sozialarbeiterin im mentalen Gesundheitsbereich gegenüber Daniel Zylbersztajn, ist mentale Gesundheitsversorgung für Menschen mit Migrationshintergrund ein offenes Minenfeld. Menschen mit Migrationshintergrund werden im Gegensatz zu anderen disproportional als chronisch mental krank diagnostiziert „und mit Drogen voll gestopft,“ oder überhaupt gar nicht aufgenommen. Psychotherapie für nicht chronische mentale Zustände wie PTBS ist eher eine rare Behandlung. Deshalb gibt es viel Misstrauen gegenüber diesem Sektor unter Migranten, und oft bestehen auch erhöhte Stigma bezüglich einer Diagnose mentaler Probleme und bezüglich der psychologischer Versorgung. Kürzungen in den Budgets der mentalen Gesundheitsversorgung in England aufgrund der Rezession haben diese Situation nur noch verschärft. Wie auch Nee bestätigte, viele Betroffene erhalten keinerlei Hilfe.
 © DANIEL ZYLBERSZTAJN  2013

 

Jüdische Allgemeine: Bonjour London! (Französische Juden in London) | French Jews in London

Bericht in Deutsch http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/15853

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English notes:

When a Haaretz headline claimed that Jewish people from France leave their country for London and New York, due to anti-Semitism, I was asked by the JüdischeAllgemeine, given that I work in London, to have a closer look.  I learned that few journalists had actually been to the place, where French Jewish Orthodox people congregated to speak with people on the ground.  My report reveals that there was more to the story in the synagogue in St. John’s Wood than the panic headlines revealed.  Not only was anti-Semitism fuelling the French exodus, but also employment opportunities in the London City and the tax laws of Hollandes.  The link to the article is on the top.  Please get help from googletranslate if you can’t read German to get the entire article translated in one go into English.

 

Nappy-Change. The challenge of modern fatherhood.

English: Father with baby in the shower.

English: Father with baby in the shower. (Photo credit: Wikipedia)

on London Resonance 104.4 FM
http://resonancefm.com/ 
Monday February 27th. 2012 at 4:30pm and 
Wednesday  February 29th. 2012 at 7:30pm (repeat)
25 minutes feature,including translations
Listen to the version without supporting music (songs removed due to copyrights) :
Listen now link:
Having been a full time father himself for two years, Daniel Zylbersztajn asks what the challenges of more involved fatherhood are today and discovers both progress in gender equality as well as a surprising amount of prejudice about fathers.  The feature covers paternity issues both in England and in Germany.Period of recordings:April – November 2011
Date of production Dec2011