Brexit Kommentar: Das Volk an den Galgen!

Persönlich bin ich ziemlich niedergeschlagen vom Ergebnis des Referndums. Es waren nicht die positiven Gründe gegen die EU mit “Business as Usual”, beispielsweise Griechenland oder die Art und Weise wie die EU auf die Ukraine reagierte, oder noch wichtiger, wie sie mit der Flüchtlingskrise umgeht, oder gar ihr weit verbreitetes Selbstverständnis als christlich und “Quelle der Zivilisation”, oder die Landwirtschaftsregelungen, ich bin Alt genug für Erinnerungen an den Butterberg. Keins dieser Argumente verwerfe ich. Alleine kann jetyt Großbritannien seinen eigenen TTIP mit den USA schließen, unter den Tories mit neoliberaler anglozentrischer Wucht, statt unter der EU mit kritischen und vorsichtigen Stimmen.

 

Ich war über etwa drei Monate für die deutsche taz, die Tageszeitung auf den Straßen in hauptsächlich England und Wales, genau jenen Orten  die gegen die EU stimmten. Was mich niederschlägt, ist, daß die Argumentation vieler die Brexit wählten, meines Erachtens nichts mit all dem zu tun hat, sondern dem mir immer wieder breit geschlagenen Argument, “too many immigrants” und “we need our country back!.”

 

Oft mischten sich darunter sentimentale Visionen eines imperialen Großbritanniens, und ein unterschwelliger Nationalismus, oft durchaus mit Rassismus verbunden.

 

Da argumentierten Ukiper sie wollten Einwanderung internationaliseren. Doch als es dunkelhäutige Menschen aus Inden, Pakistan, Westaftika und den Karibikstaaten waren, da beschwerten sich die Briten der 60ger und 70ger Jahre. Man freute sich auf Europäer, “die mehr wie wir sind”. Doch als sie kamen, wurde ihnen ihre Menschlichkeit wieder entzogen. Viele der jungen Briten wählten für den Verbleib. Es sind also die Älteren mit emotional national populistischen Ideen von Yesteryear, entgegen jeglicher Logig, wie beispielsweise in Wales, eines der am meisten EU subventionierten Orte Europas,  die Brexit zu verbuchen haben. Einfache Lösungen gegen komplexe Argumente.

 

Wer glaubt, daß dies ein Sieg für die linke Kritik der EU ist, sollte vorsichtig sein. Es war der glohreiche Siegeszug eines rohen, nie kritisch betrachteten und wieder zum Vorschein gekommener Nationalismus, der Briten oben und den Rest der Welt darunter sieht.

 Man schaut hier selten kritisch in die Vergangenheit, feiert das Ende der Sklaverei, aber schaut sich nie genau den Bezug zur Sklaverei selber an, und die Tatsache, dass Sklaven selber die Institution sabotierten, bevor das Parlament dies abschaffte (auf Grund der Verluste). Nun kann also ein souvereignes unabhäniges Großbritannien wieder großprotzig Politik machen. So wie englischen Fußballfans in Frankreich, ist es mehr Geschrei als Inhalt. Die bis heute weit ausgebreiteten feudalen Landeigentuemer, die Monarchie, sind also wieder besser plaziert, und billig ohne Arbeitsrechte hergestellte Gegenstände können wieder importiert werden. Ja vielleicht werden sie sogar unter Schirmherrschaft der Krone hergestellt, irgendwo in einer Billigfabrik in Bangladesch.

Alles genau wie vor dem Ende der kolonialen Zeit. Und das Laufvolk dieser Vision ist wie in der Geschichte das sich ausbeuten lassende untertänige Volk, die Nachfahren jener, die oft in großen Mengen mit manipulierten Patrotismus in sinnlose Schlachten geschickt wurden, über welche Marx in den Textilfabrikhallen  Manchesters schrieb,   oder die in Australien oder gar am Galgen Tyburn landeten, weil sie aus Hunger ein Brotlaib gestohlen hatten. Alles für’s Land und die Königin!

Jeden Penny 2x umdrehen – Turning every Penny twice

Diese Woche in der Jüdische Allgemeine: Jeden Penny zweimal umdrehen: Lebenserhaltungskosten für jüdische Menschen in Großbritannien liegen nach einen Bericht weit höher, als für Nichtjuden.

 

LINK  http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/24700

English: In Great Britain, and especially in London, the living costs of Jewish people are higher than those of non-Jews, a report found.

 

 

Smicha trifft MBA | smiha falls on MBA

 

Marc Meyer ein ehemaliger Großer im Businessmanagement macht seit neusten Öffentlichkeitsarbeit für die Europäische Rabbinerkonferenz

Report about Marc Meyer’s success and his recent election to communication director of the conference of European Rabbis

LINK: www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/24188

Brexit sentiments are not “the genuine fears of hard working people!”

Half of Brits, according to latest polls, want to leave the EU. I shall not stay here, when the country crumbles to pieces and human rights get cut the way social services are cut at present. The problem is that both Tories and Labour bent down for too long to populist sensationalist ethnocentric phobia on the excuse that these expressions were “genuine fears of hard working people.” They are not! They are the misguided scapegoating of immigrants and the EU for the sell out of this country and all its inequalities from top down over centuries and decades. Does it hurt too much to point fingers at fine distinguised people just because of their position and because they are also Brits and above all English, or is it an inability to do so, because somehow the state of order here is accepted and people feel it is easier to blame outsiders? That attitude we know has amongst others let to decades of whitewashing of sexual abuse cases. You could not possibly blame the homegrown privileged, could you? But there is hope. Once Britain closes itself off, it will have to find new victims to blame. Perhaps this would induce a closer look at how power is divided here, given not by merit, but mostly by innate or economic advantage.

Justice for all. Der ganze Text.

In diesem Bericht bringe ich die Aufstände in London von 1985, bei denen ein Polizist brutal ermordet wurde mit dem Stephen Lawrence Fall, und den Tottenham Aufständen von 2011 zusammen.  Es geht um institutionellen Rassismus und Korruption der Polizei, und einen einen ungelösten Mord.

Leider hat die Taz schwere Restriktionen bezüglich der Länge von Berichten.  So musste mein Bericht in der Taz http://www.taz.de/Londoner-Polizistenmord-vor-Gericht/!134900/ auf das essentielle gekürzt werden.  Unten befindet sich das Orginalskript, welches so manche Punkte genauer erklärt.

All Rechte Vorbehalten (c) Daniel Zylbersztajn

ENGLISH

In this report I talk about the London Riots in 1985 in which a police officer was killed, and how it relates to the case of the murder of Stephen Lawrence and the 2011 Tottenham Riots.

Unfortunately the Taz has to keep articles brief due to the expense of space in the print media.  Hence my article about the trial against Nicholas Jacobs http://www.taz.de/Londoner-Polizistenmord-vor-Gericht/!134900/ was shortened by quite a bit.  I have hence taken the liberty to publish the original script at full lenght here.  Use google translate to translate the German.

(c) All Rights Reserved Daniel Zylbersztajn 2014

In dieser ausführlichen Zusssamenfassung c.a. 13.000 Zeichen

Während für die Ermordung des Londoner Polizisten Keith Blakelock 1985 ein Schuldiger gesucht wird, steht die Londoner Metropolitan Polizei wie noch nie zuvor selber am Pranger.

Tags:Grossbritannien, Rassismus, London Riots, Broadwater Farm, Keith Blakelock, Stephen Lawrence, institutioneller Rassismus, Sepecial Demonstration Squad, Theresa May, Minderheiten in Grossbritannien, Tottenham Riots, Mark Duggan, Nicholas Jacobs,

Aus London Daniel Zylbersztajn

Eigentlich wollte die Staatsanwaltschaft endlich einen Schuldigen für den im Jahr 1985 in London-Tottenham brutal ermordeten Polizisten Keith Blakelock finden, denn in zwei vorherigen Prozessen konnte der Fall nicht gelöst werden. Eine Blamage für die britische Polizei und die Staatsanwaltschaft. Nicht dass sie es nicht versucht hätten. Der Angeklagte Nicholas “Nicky” Jacobs ist inzwischen der Siebte in der langen Folge von Angeklagten, denen seit 1985 die Tat zugeschoben wurde. Auch die Witwe und Söhne des ermordeten Beamten sitzen nun im Gericht, um zu verstehen, unter welchen Umständen Keith Blakelock vor 30 Jahren sein Leben verlor, und vor allem durch wem. Es muss schrecklich die Ermordung des Gattens und Vaters ohne einen Schuldigen hinnehmen zu müssen. Doch obwohl die Staatsanwaltschaft, argumentierte es gäbe neue Beweise, unter anderem einen Raptext in dem der damals minderjährige Angeklagte Jacobs sich der Ermordung des Polizisten brüstete, gab seine Verteidigung, geführt vom Barrister-Anwalt Cortnay Griffiths an, dass diese Beweise keineswegs neu seien, sondern bereits in den vorherigen Prozessen bekannt waren und schon damals nicht ausreichten, um Jacobs zu verurteilen.

Vielmehr muss die Familie des verstorbenen Polizisten hinnehmen, dass sich wohl viele ihrer Fragen auch an die Institution, welcher Keith Blakelock diente, richten müssen,

Von der Polizei wurden großwegig „verletzliche Personen,“ wie es hier im Gerichtsjargon heißt, verdächtigt, unter anderem „Jugendliche mit Lernstörungen“ einer sich unmittelbar neben dem Tatort befindenden Sonderschule, sowie Drogenabhängige. Zwei dubiose Kronzeugen, einer davon ein Drogendealer wurden persönliche Schulden, Rechnungen und Flugtickets durch die Metropolitan Polizei bezahlt, sowie am Ende des zweiten Prozesses jeweils 5000 Pfund überwiesen. Drei Personen, die zunächst des Mordes verurteilt wurden, kamen bereits 1991 wieder auf freien Fuß, nachdem der amtierende Richter urteilte, dass die polizeilichen Beweisaufnahmen bisher vollkommen unzulässig waren, zum Teil ohne rechtliche Vertretung, oder Aussagen in extrem langen Verhörungen etabliert wurden. Ein Prozess gegen zwei der 1985 ermittelnden Beamten blieb jedoch ohne Konsequenzen für die beiden.

Dreimal Old Bailey

Vor etwa zehn Jahren wurden die Nachforschungen der Staatsanwaltschaft durch einen neuen Inspektor aufgenommen, um die bestehenden Dokumente noch einmal zu studieren und um moderne forensische Tests auszuführen. Das Resultat war eine Gruppe von 14 Männern, die im Jahr 2010 verhaftet wurden. Die meisten waren zur Zeit der Tat unter 18-Jahre alt. Gegen einen von ihnen, Nicholas Jacobs, begann letzte Woche im zentralen englischen Kriminalgericht, dem Old Bailey, der Prozess.

Obwohl Jacobs im Prozess immer wieder die Bibel in seinen Händen ballt, ist er kein Fremder im Justizsystem. Wegen einer Schlägerei wurde er einst zu acht Jahren Haft verurteilt, jedoch aufgrund guten Verhaltens schon nach fünf Jahren freigelassen. Doch genau wie in den zwei vorherigen Prozessen werden auch diesmal die selben unzuverlässigen Kronzeugen benutzt. Und ein Zeuge mit dem Codenamen Brown widersprach sich auch jetzt des öfteren. Er hatte unter Strafamnestie vor einigen Jahren zugegeben, dass auch er den Polizisten getreten hatte. Und was die versprochene forensische Beweisaufnahme angeht, so erfuhr man, dass der gesamte Wohnkomplex, auf dem all dies sich damals zugetragen hatte, schon Stunden nach den Aufständen geräumt und gesäubert wurde, um nach Aussagen Hauptermittlers dem Ort damals wieder Normalität zu geben. Nicht nur hier benahm sich die Polizei fahrlässig. Es war deren Fahrlässigkeit, welche überhaupt zu den Ereignissen führte.

Die Ereignisse des Jahres 1985

Am 28 September 1985 schoss die Polizei auf die Mutter eines von ihnen gesuchten Mannes in Brixton, Südlondon bei einer Hausdurchsuchung, obwohl der Gesuchte überhaupt nicht mehr dort wohnte. Dorothy „Cherry“ Groce wurde durch die Schüsse lebenslang gelähmt. Wie ein Laubfeuer verbreitete sich das falsche Gerücht das Groce tot sei.. Es führte zu wütenden Ausschreitungen der Anwohner Baritons, die meisten unter ihnen schwarze junge Männer. Alle, auch die Polizei erwarteten ein Ausbreiten der Unruhen und tatsächlich kam es am 1 Oktober 1985 in Toxeth Liverpool, einer verarmte Sozialgegend, zu Krawallen. Auch Broadwater Farm in Londons Stadtteil Tottenham war eine der vielen Gegenden mit einem großen Anteil schwarzer Familien. Für Sir Kenneth Newman, dem Chef der Londoner Metropolitan Polizei, der zuvor in der Armee in Nordirland diente, war es genau wie andere schwarze Wohngegenden, als eine “Gegend besonderen Interesses” markiert, nicht zuletzt aber auch da der Wohnkomplex mit seinen vielen Etagen und Winkeln im Schlimmstfall als schwer zu kontrollieren galt. Einen Aufstand hier ging es zu verhindern, denn erst vier Jahre war es her, dass 1981 Krawallen auf den Straßen vieler britischer Städte ausgetragen wurde.

Doch den Auslöser der Krawalle in Tottenham, lieferte sich die Polizei selber. Er kam eine Woche nach dem Vorfall mit Dorothy Groce in Brixton. Nach der Festnahme eines Mannes in Tottenham am 5. Oktober 1985, weil dieser angeblich eine gestohlene Autosteuermarke mit sich führte, nahmen sich Beamten ohne jegliche Erlaubnis ihrer Vorgesetzten oder Hausdurchsuchungsbefehl dessen Wohnungsschlüssel und begaben sich zum Zweck einer Durchsuchung in dessen Wohnung. Als Cynthia Jarrett, die dort lebende Mutter des Verdächtigten plötzlich die Polizeibeamten in ihrer Wohnung erblickte, erlag sie nach einer Konfrontation unmittelbar einem schweren Herzinfarkt. Nicht nur waren die Beamten für den Tod Cynthia Jaretts’ verantwortlich, auch ihr Verdacht, dass die Steuermarke gestohlen war, erwies sich als falsch.

Schon Stunden später protestierten Anwohner spontan und betroffen vor der Polizeiwache Tottenhams. Doch am Abend begannen Unruhen im Broadwater Farm Wohnkomplex auszubrechen. Nicht nur Anwohner selber ließen ihrer Frustration und Wut freien Lauf, sondern auch Jugendliche aus anderen Gegenden. Autos wurden als brennende Barrikaden angefackelt. Obwohl für solche Fälle eine Sondereinheit geplant war, schickte die Zentrale eine eher gering ausgestattet Gruppe Polizisten dorthin, darunter auch PC Keith Blakelock. Erst später kamen Sondereinheiten hinzu und begannen eine die lange Konfrontation mit Jugendlichen welche die Einheiten, mit was sie auch nur finden konnten, bewarfen. Als plötzlich ein Feuer in einem der Wohngebäude ausbracht, waren die Sondereinheiten zu weit weg. Blakelock begleitete mit etwa zehn Kollegen die Feuerwehr, damit sie das Feuer löschen kann. Doch es war eine Falle. So bald sie in das Gebäude eingedrungen waren, ging ein wütender Mob auf die Gruppe Polizisten los. Auf der Flucht fiel Keith Blakelock zu Boden und wurde sofort von einer Gruppe von bis zu 40 Leuten überwältigt und brutal angegriffen. Blakelock erlag später einer riesigen Anzahl von Verletzungen, der gerichtsmedizinische Bericht sprach von insgesamt 40 Stichwunden. Als er von anderen Beamten gefunden wird, steckte ein Messer noch tief in seinem Nacken. Ein anderer ebenfalls angegriffener Polizist überlebt seine Verletzungen. Der Kronzeuge will gesehen haben, wie Jacobs mit einer Machete auf Blakelock einschlug. Doch nicht nur Jacobs Verteidigung stellt das infrage.

Justice for all!

Am Montag demonstrierte in der Mittagpause vor dem Old Bailey eine Gruppe von 30 Menschen im Namen der Organisation Tottenham Rights. „Nick Jacobs ist unschuldig!“ steht auf mehreren Plakaten. Der Bemerkung, dass auch wenn Nicholas Jacobs die Schuld an der Ermordung Blakelocks nicht zugewiesen werden kann, andere Menschen für die Ermordung des Polizisten verantwortlich sind, stimmt der Sprecher der Gruppe, Stafford Scott, zu, fügt jedoch gleich an, „es müsse Gerechtigkeit für alle und nicht nur für manche geben, beispielsweise Cynthia Jarrett, Dorothy Groce, oder Mark Duggan. Duggan ein 29-jaehriger Bewohner des Broadwater Farms Wohnkomplexes wurde erst vor zwei Jahren von der Polizei erschossen, obwohl er für die Beamten zum Zeitpunkt der Erschießung keine direkte Gefahr darstellte. Zwei Tage später entflammten in Tottenham die „2011 Riots“ die durch ganz England wüten sollten. Ein Protest gegen die Erschießung gilt als der alles auslösende Funke, auch wenn viele nicht deswegen auf die Barrikaden gingen, sondern eher aufgrund der generellen Aussichtslosigkeit und Stellung junger Menschen in sozial ärmeren Gegenden im Zeitalter der Sozialbudgetkürzungen. Während den darin verwickelten und ertappten Jugendlichen schwere Strafen aufgesetzt werden, wurde in einem gerichtlichen Verfahren den verantwortlichen Polizeibeamten einer Sondereinheit der Metropolitan Polizei jedoch doch die Schuld für die Erschießung Mark Duggans abgesprochen, obwohl im gleichen Prozess festgestellt wurde, dass die Beweisaufnahme für die Überführung Duggans und der Plan dazu, welcher zu seiner Erschießung führte, mangelhaft war. Doch die Belastung der Polizei endet auch hier nicht, sondern zieht sich noch weiter aus.

Angriff der Innenministerin

Wie es der Zufall wollte, deklarierte die Innenministerin Großbritanniens Thereasa May in der gleichen Woche in welcher der Priozess gegen Jacobs begann, dass sie laut Empfehlung des gerichtlichen Gutachters Mark Ellisons eine öffentliche Untersuchung bezüglich einer Sondereinheit Scotlands Yards, dem Special Demonstration Squad, oder kurz SDS, ausrufen würde. Die Einheit wurde ursprünglich zur Infiltrierung von anti-Vietnam Protesten eingerichtet. Schon die Dokumentarsendung der BBC Panorama vermutete im Jahr 2006, dass die Familie und die Freunde von dem im April 1993 ermordeten schwarzen Teenager Stephen Lawrence bespitzelt wurden, um diese dadurch zu entwürdigen und die Glaubwürdigkeit des Freundes von Stehen Lawrence, Dwayne Brooks, der den Angriff miterlebte zu mindern. Als der ehemaliger Geheimagent Peter Francis im letzten Jahr in einer weiteren Dokumentationssendung von Channel Four dies vor laufender Kamera zugab, wies Theresa May den Anwalt Mark Ellison an, dies für die Regierung zu prüfen.

Auch als Polizeibeamte 1993 am Tatort in Elton, London ankamen, und während der so eben erstochene Lawrence auf der Straße verblutete, beschuldigten die Beamten instinktiv zuerst Brooks, aufgrund seiner Hautfarbe, die Situation provoziert zu haben, obwohl er und Lawrence aus heiterem Himmel angriffen wurden, während sie an einer Haltestelle friedfertig auf den Bus warteten. Darüber hinaus sollen Polizeibeamte sich später von dem in kriminellen Kreisen bekannten Vater eines der Täter, bestechen haben lassen.

Die Opfer der SDS waren auch andere. Agenten der SDS werden auch mit der Zeugung von Kindern durch SDS konstruierte Scheinbeziehungen mit Frauen, welche Mitglieder von Naturschutzbewegungen waren, in Verbindung gebracht, und mit dem Missbrauch der Identität zahlreicher verstorbener Personen.  Aucg dagegen soll nun ermittelt werden.

Absichtliches Schweigen im Wahrheitsverfahren

Was all das verschlimmert, ist die Tatsachen, dass im McPherson Untersuchungsausschuss, der das polizeiliche Verhalten im Stephen Lawrence Fall in einem langjährigen Verfahren prüfte, die Existenz des SDS verschwiegen wurde. McPherson urteilte dennoch in seinem 1999-Bericht, dass die Metropolitan Police institutionell rassistisch sei. Einige der von McPherson angeratenen Reformen wurden versprochen und durchgeführt, viele mit Bezug auf den richtige Umgang mit Opfern rassistischer Vorfälle. Ein anderer von McPherson kritisierter Punkt galt den „Stop and Search“ Durchsuchungen in denen schwarze Jugendliche gegenüber anderen disproportional oft von der Polizei angehalten und durchsucht wurden. Doch die Praxis besteht bis heute. Auch schon in den 70’ger und 80’ger Jahren, damals hieß das gleiche noch Suss Law (Suspected Person Law), waren diese Maßnahmen einer der Hauptgründe für die schlechten Beziehungen zwischen jungen schwarzen Männern und der Polizei war. May will deswegen diese Macht der Polizei ebenfalls weiter eingrenzen.

Für Alle!

„Wir demonstrieren hier nicht nur für uns“, deklariert Scott durch sein Megafone der Gruppe entgegnen, „sondern damit dieses Land ein besserer und fairerer Ort für alle wird.“ Der ehemalige Kampagnenleiter der Stephen Lawrence Familie kommt auch zu Wort. „Wir werden nicht aufgeben bis Polizeigewalt untersucht und abgeschafft wird.“ „Lasst uns ein bisschen lauter schreien, damit die uns im Gericht hören“! fordert Scott am Ende: „No Justice, No Peace“! Hallt es durch die Straße!“ Es mag jedoch ein Sinnspruch sein, der auch der Blakelock Familie naheliegen mag. Gerechtigkeit für alle!

Der Prozess gegen Nicholas Jacobs läuft weiter. Ein Ende wird erst im April 2014 erwartet.

England, England, EDL, EDL

This slideshow requires JavaScript.

Deutscher Bericht:

www.taz.de/Nach-dem-Mord-in-London/!116732/

English:

When I went to Woolwich yesterday to examine the scene after the murder, it wasn’t long until I witnessed a backlash action by the far right organisation EDL.  Local young people of minority backgriund suspected it and spoke of fear of being penalized for the actions of some crazed loonies.  There were some exchanges between the police and the EDL supporters, absurdly some of the EDL people had full pints of beer, a woman came with something that looked like a Martini, as if they had emerged from a pub.

I managed to quietly speak with three EDL supportes who explained to me quietly that they had enough, and felt urge to protest.  Not all however were quiet there was quite some shouting and posturing as well in general.  Some of the fans were rather young (15-18, and they seemed to have come from across the entire area).

www.taz.de/Nach-dem-Mord-in-London/!116732/Select link above and use googletranslate to get an English tranlation of the German original on the Online version of the article in Taz.

 

TAZ: Zeitungskrise in Großbritannien Der Scheinriese | Newspaper crisis in the UK. The pretend-to-be-giant?

Deutsch: logo der tageszeitung the guardian

Deutsch: logo der tageszeitung the guardian (Photo credit: Wikipedia)

An English intro follows behind the German summary. 

In diesen Bericht in der Taz schildere ich die Ambitionen des Guardian Verlags, der online die drittgrößte Zeitung der Welt ist (via guardian.co.uk).  Der Guardian verbuchte trotz massiver Investitionen, manche sagen,wegen ihnen, über Millionen hohe Verluste.  Nun sollen auch noch 100 redaktionelle Mitarbeiter aus der Guardian News & Media Group (GNM) gehen,  der freie Zugang zu Guardian online soll trotzdem nicht abgeschafft werden, im Gegensatz zur ehemalig freien New York Times , die seit 2011eine Paywall hat.  Entweder gewinnt die ganze Welt einen linkszentrierten Nachrichtenverlag, oder alle und vorallen Grossbrittanien verlieren seine seriöseste Pressestimme mit sozial und ökologischen Interessen.  In der zwischenzeit, das steht nicht in meinen Bericht, hat sich Chefredakteur Alan Rusbridge,  damit beschäftigt professionell Klavier zu spielen.   Wer über 400.000 Euro verdient und mit um ihre Zukunft zitternden Journalisten zu tun hat braucht solche Ablenkung.  Rusbridger wurde mir von ehemaligen Guardianjornalisten sowohl als Genie als auch als etwas verdächtig beschrieben.  Mehr im Bericht.

www.taz.de/Zeitungskrise-in-Grossbritannien/!108878/

It was the famous German author Michael  Ende who defined first the word Scheinriese for the German vocabulary in his book Jim Knopf and the Wild 13.  A Scheinriese is a pretend-to-be-giant.  In Ende’s story it is a man who looks like a giant from far way, but as one gets closer to him, he turns out to be of normal stature.     In my report about the Guardian Media Group I look at the tension between it being the third largest online newspaper, and its huge deficit in the last financial year.  The Guardian desires to grow further with expansions in New York and Australia, whilst it aims to rid itself of about 100 editorial staff.  But its free access policy is to remain in place regardless, even though the New York Times has introduced a paywall in 2011.   Either the whole world gets a global left-central news corporation, or all and especially Great Britain lose their most serious voice with an interest in social and ecological affairs. I asked a former editor, the chief-editor of the UK’s main media publication, the Press Gazette (which itself saw its print edition vanish) and we learn from Andrew Miller, chief executive of GMG that all is quite well, well enough for Alan Rusbridger, chief editor of The Guardian, to tell BBC World Service about his achievement of finding enough leisure time to learn to play the  piano very well in the last few years and from scratch at that (see also below article from Guardian )

The article is part of the debates on how news and media move forward in the digital age.

Full version (in German) here www.taz.de/Zeitungskrise-in-Grossbritannien/!108878/