Reporting from London. Das Jahr 2016 aus eigener Feder.

Reporting from London. Das Jahr 2016 aus eigener Feder.

Dises Jahr war für mich als in London lebender Korrespondent besonders voll. Hier in Großritannien  gab es nicht nur das Brexitreferendum und einen Regierungswechsel nachdem Cameron zurückgetreten war, sonden auch Probleme in der Arbeiterpartei, den 90. Geburtstag von Königin Elizabeth und die Bürgermeisterwahlen in London im Angebot.

Vor dem nun berüchtigten EU Referendum zog ich für die taz durch ein Duzend Städte und Regionen Englands und befragte dort ganz gewöhnliche Menschen, wie sie sich entscheiden werden, “In” oder “Out”. Darunter Städte wie Bristol, Aberysthwyth, Leicester, Chicester und Newquay.  Wöchentlich außerhalb London situiert war ich einer der wenigen Journalisten, die sich auf Grund der Recherchen vor Ort klar wurden, dass es bei der Abstimmung zumindenst eher sehr knapp werden würde. Unter den vielen Leuten, die ich in Wales, Cornwall und England traf (Nordirland und Schottland übernahm mein Kollege Rolf Stotscheck), blieben vor allen die Fischer in Portsmouth in meinem Gedächtnis hängen (Die Fischer von Portsmouth wollen raus). Es war ihre Geschichte von „Schlachten,“ zwischen ihnen selber und französischen Fischern auf hoher See. Als Grund nannten sie die EU Fischereiquoten. Natürlich, so erzählten sie mir, stimmten sie alle für den Brexit, ganz klares Ding, angeblich. Zur gleichen Zeit lies jedoch Greenpeace wissen, dass das Problem solcher Fischer eigentlich gar nichts mit den EU Quoten zu tun habe, sondern mit ausbeuterischen Großunternehmen im Vereinigten Königreich selber, welche  diese Quoten aufkaufen und sie dann ihrerseits an kleinere Fischerflotten abgeben (siehe Greenpeace Bericht (englisch) hier). Das, laut der Umweltorganisation, sei also das wahre Problem und sei eine vollkommene interne Angelegenheit und innerhalb Großbritanniens selber lösbar.

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Die ausländerfeindlichste Stimmung gegen die EU nahm ich jedoch in Dover wahr (Ein Besuch im Hotspot Dover). Es war ein sonniger doch politisch sehr frustrierender und düsterer Tag in der Hafenstadt. Als Reaktion gab ich einen um Geld bittenden somalischstämmigen Briten an der Haltestelle in Dover am Abend zu viel des Guten. Eine Überreaktion, da ich dachte, dem hilft hier neimand.
Wie es oft der Fall ist, begab ich mich auch in 2016 in mir bisher relativ unbekannten Gegenden. Batley in Yorkshire beispielsweise, oder Dudley im Black Country und Sleaford. Zum Teil kamen dabei radikale und extreme Meinungen zum Vorschein, symbolisch für den populistische Mix dieser Zeit und die Unyufriedenheit vieler (siehe z.B Im Land der SchuldzuweisungenEine Schauspielerin solls richten ).
Auch stark in meiner Erinnerung bleibt ein längeres Interview mit Marina Litwinenko, der Witwe des mit höchster Wahrscheinlichkeit durch Russland ermordeten Alexander Liwinenko (Die beharrliche Witwe). Sie trank während des yweistündigen Interviews keinen Tropfen Wasser, während ich einen Kaffee genoss.
Mein Treffen mit dem korpulenten Clasford Sterling, dem Aktivisten und Fußballcoach auf Broadwater Farm, einen Wohnkomplex in Tottenham, war ein anderer einprägender Moment. Sowohl die Regierung in Westminster, als auch die Lokalbehörden beabsichtigen den Wohnkomplex abzureisen. (Streit um Broadwater Farm). Nahezu allein kämpfen er und die Bewohner gegen die Politik.

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Foto Daniel Zylbersztajn, (c) 2016, All rights Reserved

In der Arbeiterpartei Labour gab es dieses Jahr mehrere Krisen. Zum einen gab es Probleme mit dem Antisemitismus, zum anderen wurde dem Parteivorsitzende Jeremy Corbyn von seiner Parlamentsfraktion das Misstrauen ausgesprchen, woraufhin er von Owen Smith zu einer einer Neuwahl aufgefordert wurde, welche Corbyn schließlich mit vergrössertem Mandat für sich gewann. Ich  habe das alles nach und nach für verschiedene Zeitungen dokumentiert (siehe u.a. Labour und der Judenhass, und Labours Feindschaft) Zum Antisemitismus gab es in der Jüdischen Allgemeine hierzu sogar ungewöhnlich ganze vier Beiträge, inklusive einem Leitkommentar. Auf der anderen Seite schrieb ich in einem langen taz Schwerpunkt über die ungebrochene Popularität Corbyns in seinem Wahlkreis im Norden Islingtons. Nach zwei Wochen langen Recherchen, gab es wenig unter den von mir in Nordislington Befragten, die sich negativ über Corbyn ausdrückten. Labour: Dem alten immer noch treu.

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Foto Daniel Zylbersztajn, (c) 2016 All Rights Reserved

Zum Ende des Jahres würde ich, neben einen Besuch zu Chanukkah vom Jewish Labour Movement (Labour geht ein Licht auf), dann noch einen symphatischen Müllmann treffen, der bei einer Nachwahl Labour Abgeordeter werden wollte.Er schaffte es nicht und wurde nur Dritter. Ukip gegen Labour im englischen Brexitland.

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Jim Clarke, Binman aiming for Westminster seat for Labour in Sleaford. Creative Commons License, Share with full reference(c) 2016

Besonders interessant waren zwei auf längere Recherchen beruhende Texte. Eine Schwäbin in Kent behandelte die Person Anna Essinger und die Schule, die sie 1933 von Ulm nach England verfrachtete, wo sich die Schule später vorallen um jüdische  Flüchtlingskinder kümmerte. Ich traf mich mit mehreren Zeitzeugen, der Jüngste 83, der Älteste 92.  Später kam es deswegen in London zu einem Vortrag mit zwei Zeitzeugen, von dem es ein Video gibt (Englisch).

Eine andere Recherche, die sich mit der Vergangenheit beschäftigte, bezog sich auf Prinzessin Alice, der Mutter von Prinz Phillip. Ich befasste mich sogar länger, als ich es beabsichtigte mit dem Thema und interviewte letztendlich auch ihren Biographen. Grund war, dass mich das oft mit Tragik erfüllte Leben der Prinzessin faszinierte. Unter anderem, rettete sie auch eine jüdische Familie und viele verletzte Soldaten. Für den Bericht, Die vergessene Helferin, bekam ich die persönliche Erlaubnis ihrer Hoheit Prinz Philip, Fotos seiner Mutter wiederzugeben.

Absage nach Paragraph 116 spricht von bürokratischen Verordungen in Deutschland gegen welche die adoptierte Tochter eines jüdischen Flüchtlingpaares aus Deutschland gestossen war, die nach dem Referendum die deutsche Staatsangehörigkeit beantragen wollte.

Nebenbei arbeitete ich für die Südengland Ausgabe des ADAC Reisemagazins. Hier ging es um ganz andere,  weniger politische  Themen, sondern um Besonderheiten Südenglands. Meine besondere Aufgabe war es dabei  Menschenprofile zu recherchieren, interviewen und mit Fotografen zu koordinieren. So endete ich auf einer Teeplantage  mitten auf einem riesigen Privatgut in Cornwall (Tregohnan), lief zusammen mit dem Fotografen Reinhard Hunger  vier verschiedenen Pfarrern in Oxfordshire hinterher, befragte einer Kanalschwimmerin, die bereits dreimal von Dover nach Calais geschwommen war, über ihre Motivationen, lernte die Buttlerin eines aristokratischen Haushalts kennen, interviewte und hatte Mittagessen mit der Graffitikünstlerin Gemma Compton,  einer der führenden Frauen in der englischen Streetartszene, und hatte eine Führung der McLaren Fabrik, durch Amanda Maclaren der Tochter der Gründers und Rennfahrers  Bruce Maclaren, die mir unerwartet und offen von ihrem Vater erzählte, der 1970 bei einem Rennen sein Leben verlor. In Maidenhead traf ich dann den “Schwanzähler” ihrer Majestät der Königin, und begab mich in eine Perückenwerkstatt im Zentrum Londons, wo die Perücken der Richter und Anwälte des britischen Rechtssystems angefertigt werden.  Weitergelegen in mitten einer Bucht umrandet von tiefen Wald in der Nähe von Southampton, bekam ich eine persöhnliche Führung für das Magazin der Übereste eines jahrhundertealten englischen Kriegsschiffes, der “Holy Ghost”, auf welche der Historiker Ian Friel zufällig gestossen war. Aber ich entdeckte nebenbei, dass er auch ein Dramatuloge ist.

Am Ende musste für die auch noch ein Titelbild organisert werden. Dazu musste ich erst vier  Kinder organiseren, die vor einem burgähnlichen Turm in Ritter und Prinzessinenkostümen auftreten sollten, sie nach Oxfordshire fahren und mich dort mit den Fotografen Peter Guenzel und seinem Team treffen. Es ging alles gut. Die Mädchen, beide acht Jahre alt, darunter auch meine Tochter, beschwerten sich jedoch, dass nur die Jungs mit den Schwertern kämpfen durften und Am Ende machte der Fotograf dann noch Fotos mit allen Kindern mit Schwertern, ins Magazin kam jedoch das mit der traditionellen Geschlechterteilung.

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Die Mädchen hatten genug davon, dass nur die Jungs mit den Schwertern kämpfen sollten, und erfriffen die Waffen! Foto: Daniel Zylbersztajn, (c) 2016,  All Rights Reserved

 

Andere interessante Berichte:

 

 

Die Nacht des EU Referendums

In der Nacht des Brexit Referendums schlug ich mich mit einem Leihwagen an mehreren Orten gleichzeitig für die taz herum, denn ich war ihr einziger Mann in London selber. Gegen vier Uhr am Morgen war ich so dabei, als Nigel Farage seine Siegesrede hielt.

Taz hatte am Ende nur einen Bruchteil  meiner langen Nacht und Reportage ins Blatt genommen, da man sich entschlossen hatten, auch aus u.a. aus Brüssel und Berlin  Angaben einzunehmen. Das war für eine Tagesyeitung keineswegs verkehrt, denn das referendum hat ja internationale Auswirkungen.

Als Extrabeilage hier zum Jahresende dieses markanten Jahres, deswegen mein persönlicher Bericht der Brexit Referndumnacht in London, so wie ich es erlebte, im Zeitraffer.

Gott wird Grossbritannien retten!

23. Juni 2016

07.00 Die Wahllokale machen in ganz Grossbritannien auf

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08.25 Arsenal U-Bahn Eingang, Nordlondon: Eine junge Frau hat “I’m In” Sticker in der Hand und reicht sie den Leuten in der Morning Rush Hour. “Komm schon”!, fordert sie die Leute auf. In der U-Bahn sitzen bereits zahlreiche Personen  mit dem Sticker.

10.15, Kings Cross, Philip 24, steht hinter einem Klapptisch mit Prospekten und Stickern. Der gerade graduierte Rechtswissenschaftler erzählt, wie er hier seit halb sieben steht, “weil er sich als Eurpäer versteht”, und bis jetzt “nur ein paar Leute” ihn angeschrien hätten. Am Russell Square und in Holborn stehen ebenfalls Remain Leute. Anastasia Koro Literaturdoktorantin aus Russland steht auch da, mit DockMartins und schwarzer Hose und sagt, “Ich stehe hier gegen Putin”! Russland ist an alle dem Schuld, schau Dir Georgien und die Ukraine an, “ Sie hat sich extra den Tag frei genommen und will hier bis 10 Uhr nachts bleiben.

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20.00 Hannover Schule, Noelstraße, Islington, Nordlondon. Eine Menschentraube von mehr als 30 Menschen, alles Journalisten, steht vor dem Eingang. Ein großes weißes Schild verät es ist eine POLLING STATION, ein Wahllokal. Drei Jungen mit Hoodies fahren auf der Straße vorbei und schreien laut: “Fuck the EU, Fuck Boris!” Es ist das Wahllokal, wo Brexitanführer und ehemaliger Londoner Bürgermeister Boris Johnson bald  seine Stimme abgeben soll. Georgia Bendath, 29 kommt aus dem Wahllokal in dem sie gerade für Remain stimmte und beschreibt Boris als Idioten, weswegen hier die ganze Show laufe, während kein einziger Mensch drinnen sei.

20.10 Colebrook Street, Islington. Vor dem Wohnhaus Boris Johnsons steht ein Polizeieinsatzwagen und  ein bewaffneter Beamter zusammen mit vier Photographen.

20.40 LSE, Kellner mit Schleife bieten Leckerbissen vor eleganter Crowd an, ehemaliger LSE Student John Evans, 67 und seine Frau Jane kamen aus der Grafschaft West Sussex heute extra hier her, um bei dieser akademischen Veranstaltung zum Referendum endlich Fakten zu erhalten. Beide sind im Remain Lager.

21.05 Prof. Kevin Featherstone beginnt die LSE Veranstaltung und dankt erst mal seinen zahlreichen Kollegen. Im vollen Auditorium stehen Sektglaäser und Bierflaschen.

22.00 Millbank Tower, 29. Stock, Vote Leave.EU Party. Der Veranstaltungssaal ist nur halbvoll. Der Ukip Europaabgeordnete Raymond Finch, sagt er hofft, dass er heute seinen Job verliert und einen echten Job bekommt. Es gehe darum, dass man auf die Arbeiterklasse höre und um Souvereignität. Im Hintergrund singt die Band, alle Mitglieder sind schwarze Menschen, ganz im Gegenteil zum Rest der Anwesenden, “Wishing on a Star”. Doch die ersten Resultate des Referendums kommen nicht wie erwartet jetzt, sondern  sollen erst gegen Mitternacht einrieseln.

Die Kollegen vom Deutschen Handelsblatt sind auch da, mit ganzen drei Personen, und haben sich Papierhütchen mit Unionjack aufgesetzt.

22:35 Millbank Tower. Zwei der Sicherheitskräfte unterhalten sich am Eingang auf polnisch. Einer von ihnen, Martyn witzelt: “Noch reden die Leute mit mir hier”.

22:40 Abingdon Street, College Green, gegenüber dem britischen Parlament: Dean John, 52 hält ein Plakat mit dem Titel “Verrottetes Europa”, hoch und erklärt, “Gott wird Grossbritannien retten”!. Liz neben ihm, weht Autofahren mit ihrem selbstgemachten  Schild, “Love Europe, Leave the EU”, entgegen. Neben ihnen steht ein Dorf mit Zelten von über 30 Fernsehanstalten. Am Parliament Square liegen Blumenstraüße für die ermordete Jo Cox, sie wollte in der EU bleiben, und wurde dafür ermordet.

23:25 The Dove Pub, Broadway Market, Hackney, Ostlondon:  Architekturstudentin Emma verkündet, dass sie nach Frankreich ausreisen werde, sollte Brexit gewinnen.

23:38 The Dove Pub: Lautes Geschrei von einer kleinen  Gruppe mit großem blauen Vote Remain Poster. Auf dem Bildschirm vor Ihnen ist gerade das Resultat aus Gibraltar  verkündet worden. The Rock will  in der Union bleiben.  Die Remain Gruppe  zeigt auf die Männer am Nachbartisch aus Südwestlondon, Brexitanhänger, die hier laut ihren Angaben zur Brexitfeier gekommen sind, doch die Nacht ist noch lang. Dennoch spricht Ukip Führer Nigel Farage im Fernsehen davon, dass das EU Lager einen Vorsprung habe. Der 37 Jahre alte Norweger Syver Zachnassen, der Vereingung “Norweger Jugend gegen die EU” , der seit März die Brexitkampagne unterstützten, ist dennoch  noch nicht reigniert.

24. Juni 2016

00:31 LSE: Mehr als 25 Leute stehen vor einem der Fernsehschirm. Ganz vorne ist Sir David Buttler, 92 Jahre alt,  er vervolge jede Wahl seit 1942, und schrieb einst ein Buch zum aller ersten Referendum. Seine Brille ist abber jetzt nach unten auf die Nase gerutscht, man sieht ihm Fassungslosigkeit an. 50.5% der jetzigen Stimmen sind für Out, erzählt die BBC gerade . Professor Luis Garicano von der spanischen Antikorruptionspartei Prodemos gesteht die  momentane Aussicht depremiere und überasche ihn. “Die verlierer müssten eine Entschädigung erhalten”, sagt er. Dr. Swati Dhingra, die heute um 10.00  Uhr hier  Vorlesung halten muss, schafft es dennoch nicht nach Hause zu gehen. Sie fürchtet schlimmste wirtschaftliche Konsequenzen.

01:23 Parliament Square. Ein Straßenreinigungstrupp schmeisst die Blumen zum Andenken Jo Coxs nach und nach in einen Abfallwagen

0:29 Lift Millbank Tower. Ukip Parteimitglieder sprechen über den” verdienten Urlaub auf  Ibiza”. Als der Lift ein paar Etagen vorher stehen bleibt, steigen Journalistinnen von Russia Today ein. Ein Ukiper witzelt mit gefälschten russischen Akzent ARRTI. Keiner findet es lustig.

01:35  Millbank Tower, 29. Stock. Vote Leave.EU Medien Chef Brian Montleith schaut auf den Monitor, neue Resultate zeigen das “Exit” Vorsprung ansteigt: “Fucking Brilliant! That’s Brilliant!, bemerkt er. Die Fenster im Obergeschoss sind inzwischen von angeschlagen, Nigel Faragehält sich  in einem abgeschlossenen Raum auf, da wo vorher noch die Musikband war.

02:00 LSE Die Menschenversammlung vor dem Fernseher ist nun doppelt so gross. Sir David Buttler steht immer noch ganz vorne. Die Out Stimmen sind  inzwischen auf 53% angestiegen Eine dreier Runde, sie sind alle Angestellte der britischen parlametarischen Bibliothek, diskutiert die Resultate. Lukas Audickas will wissen, dass es nicht so schlimm ist. “Wir wissen, dass sind nur die ganzen dörflichen Gemeinden”!  An einem anderen Tisch argumentiert IT Dozent Derek Groen, 34, dass man schnell allen Universitätspersonal fünf Jahresverträge geben müsse, denn wenn die europäischen Gelder verschwänden, würden auch das akademische Personal gehen. Seine Frau Moqi Groen-Xu ist sauer, daß all dies gerade ausgerechnet an ihrem Geburtstag geschehe.

02:55 LSE Die Resultate Resultate aus London  kommen: Die Leute in der LSE freuen sich. Endlich kommen die  Stimmen für den Verbleib in der EU, doch die Freude ist nur kurz. Alle müßten den Saal räumen, sagt eine Frau, man müsse die Uni um 0300 dicht machen.

03.11 Bar Italia, Frith Street, Soho, West End:   Fußballfreunde Jo, David und Nick alle mitte 50, streiten über das Referendum und schauen gebannt auf den grossen Bildschirm an der Wand. Der rumänische Crossdresser im Minirock und Stöckelschuhen Constantin Tianmic, 25  spricht von Politricks, und sagt, “er kann es fühlen, dass alles noch gut ausgehen wird”. Er hat vor hier bis um 06.00 Uhr zu bleiben.

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Referendumnacht Bar Italia, Foto Daniel Zylbersztajn (c) 2016

03.46 Millbank, Erdgeschoss. Die Party hat sich  von oben ins Erdgeschoss  verlagert und ist guter Laune.  Raymond Finch, MEP, sieht aus als sei alle Bürde von seinen Schultern gefallen. “Dies ist worauf ich seit 10 Jahren gewartet habe. Freiheit, wir haben unsere Freihit wieder”!, jubelt er. Er will das ganze gleich mit mehr Bier feiern, aber an der Bar gibt es nur noch Wasser. Die Athmospäre steigt mit Aufregung und Wichtigkeit, ein Resultat nach dem anderen ist für “Out”.  Die Menge schreit “we want Out!”

03.55 Nigel Farage betritt den Raum und stoeßt auf einen Freund. “45 Jahre, ich kann es nicht glauben”!, teilt er diesem mit, mit Tränen in den Augen, und verfolgt von Kameras. Es folgt eine Rede, die vom Sieg für echte Menschen gegen den Kampf der großen Politik spricht und dem “Morgen der Unabhänigkeit”.

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Nigel Farage vor seiner Siegesrede, 24 Juni 2016, Foto Daniel Zylbersztajn, (c) 2016

04.10 Die Fernsehübertragung spricht vom stärksten Fall des Pfunds seit 1985. Ein Mann im Saal ruft, “Yeah, hoch auf den britischen Export”. Farage wird von verschiedenen Kamerateams interviewt, hinten an der Bar gibt es Schinkensandwichs. Jedesmal wenn ein weiteres Out Resultat gemeldet  wird,  schreien die Anwesenden “Yeah”!

04:40 Tageslicht kommt auf, und die BBC verkündet, “Der Brexit sei eine sichere Sache”!

04:50 Bar Italia, Soho: In der Bar Italia ist nur noch ein Gast übrig, auch der Crossdresser ist weg. Der Bulgare erzählt, dass alle gegangen seien, weil sie es nicht mehr mitansehen und ertragen konnten. Er selber sei aber glücklich. “Die EU ist  schlimmer als Bulgarien unter dem Kommunismus”, behauptet er ohne es zu begründen.

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Mit dem Frust des resultates, konnten sich Londoner nicht mehr länger halten. Bar Italia leer, nachdem das resultat klar war, Foto Daniel Zylbersztajn (c) 2016

05.11 Ein Pressekordon baut sich vor Downing Street auf.

05.17 Parliament Square Jo Cox  Blumen sind alle weg.

06.00 St. Pancras International Bahnhof: Craig, 34 wartet auf den Eurostar. Er sagt er ist zufrieden mit dem was gerade passiert sei. “Jetzt haben wir die Freiheit um zu handeln mit wem wir wollen”. Er liebe Europa, aber nicht die EU. Emma Hasselbach, 19 aus Washington State, die ebenfalls gleich nach Paris fährt, macht das das Resultat des Brexit jedoch Angst. Ich sehe jetzt, dass so was auch bei unseren bevorstehenden Wahlen in den USA passieren kann, und da wartet kein anderer als Donald Trump.

06.30 Am Kings Cross, dort wo Philip noch am Vortag stand liegt nur noch ein Flugblatt von ihm auf dem dreckigen Strassenpflaster.

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Gegen  sechs Uhr Morgen am St Pancras Bahnhof mit dem Resultat klar, Foto (c) 2016Daniel Zylbersztajn


08:10 David Cameron tritt vom Amt des Premierministers zurück

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Kings Cross 6.30, 24.6.2016

 

 

Zum Ende noch ein Foto, welches ich bei der pro EU Demo nach dem Referendum aufnahm. I am Brit (ish) schrieb da einer. Auf Deutsch, beduetet die ish Zufügung, dass man so mehr oder weniger etwas ist.

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March for Europe, London 2/7/16 All Rights Reserved Daniel Zylbersztajn (c) 2016

Brexit Kommentar: Das Volk an den Galgen!

Persönlich bin ich ziemlich niedergeschlagen vom Ergebnis des Referndums. Es waren nicht die positiven Gründe gegen die EU mit “Business as Usual”, beispielsweise Griechenland oder die Art und Weise wie die EU auf die Ukraine reagierte, oder noch wichtiger, wie sie mit der Flüchtlingskrise umgeht, oder gar ihr weit verbreitetes Selbstverständnis als christlich und “Quelle der Zivilisation”, oder die Landwirtschaftsregelungen, ich bin Alt genug für Erinnerungen an den Butterberg. Keins dieser Argumente verwerfe ich. Alleine kann jetyt Großbritannien seinen eigenen TTIP mit den USA schließen, unter den Tories mit neoliberaler anglozentrischer Wucht, statt unter der EU mit kritischen und vorsichtigen Stimmen.

 

Ich war über etwa drei Monate für die deutsche taz, die Tageszeitung auf den Straßen in hauptsächlich England und Wales, genau jenen Orten  die gegen die EU stimmten. Was mich niederschlägt, ist, daß die Argumentation vieler die Brexit wählten, meines Erachtens nichts mit all dem zu tun hat, sondern dem mir immer wieder breit geschlagenen Argument, “too many immigrants” und “we need our country back!.”

 

Oft mischten sich darunter sentimentale Visionen eines imperialen Großbritanniens, und ein unterschwelliger Nationalismus, oft durchaus mit Rassismus verbunden.

 

Da argumentierten Ukiper sie wollten Einwanderung internationaliseren. Doch als es dunkelhäutige Menschen aus Inden, Pakistan, Westaftika und den Karibikstaaten waren, da beschwerten sich die Briten der 60ger und 70ger Jahre. Man freute sich auf Europäer, “die mehr wie wir sind”. Doch als sie kamen, wurde ihnen ihre Menschlichkeit wieder entzogen. Viele der jungen Briten wählten für den Verbleib. Es sind also die Älteren mit emotional national populistischen Ideen von Yesteryear, entgegen jeglicher Logig, wie beispielsweise in Wales, eines der am meisten EU subventionierten Orte Europas,  die Brexit zu verbuchen haben. Einfache Lösungen gegen komplexe Argumente.

 

Wer glaubt, daß dies ein Sieg für die linke Kritik der EU ist, sollte vorsichtig sein. Es war der glohreiche Siegeszug eines rohen, nie kritisch betrachteten und wieder zum Vorschein gekommener Nationalismus, der Briten oben und den Rest der Welt darunter sieht.

 Man schaut hier selten kritisch in die Vergangenheit, feiert das Ende der Sklaverei, aber schaut sich nie genau den Bezug zur Sklaverei selber an, und die Tatsache, dass Sklaven selber die Institution sabotierten, bevor das Parlament dies abschaffte (auf Grund der Verluste). Nun kann also ein souvereignes unabhäniges Großbritannien wieder großprotzig Politik machen. So wie englischen Fußballfans in Frankreich, ist es mehr Geschrei als Inhalt. Die bis heute weit ausgebreiteten feudalen Landeigentuemer, die Monarchie, sind also wieder besser plaziert, und billig ohne Arbeitsrechte hergestellte Gegenstände können wieder importiert werden. Ja vielleicht werden sie sogar unter Schirmherrschaft der Krone hergestellt, irgendwo in einer Billigfabrik in Bangladesch.

Alles genau wie vor dem Ende der kolonialen Zeit. Und das Laufvolk dieser Vision ist wie in der Geschichte das sich ausbeuten lassende untertänige Volk, die Nachfahren jener, die oft in großen Mengen mit manipulierten Patrotismus in sinnlose Schlachten geschickt wurden, über welche Marx in den Textilfabrikhallen  Manchesters schrieb,   oder die in Australien oder gar am Galgen Tyburn landeten, weil sie aus Hunger ein Brotlaib gestohlen hatten. Alles für’s Land und die Königin!

In English Please!

Mein Kommentar zu Cameron und seine Englischklassen für Musliminen in Deutsch hier in der Taz  http://www.taz.de/Sprachkurse-fuer-Musliminnen/!5269263/

 

Full English translation of my comment on David Cameron in taz today, just in case some Brits don’t speak other languages:

David Cameron wants to invest 20 Million Pound in order so that Muslim women can learn English. Yes that is right, only women, in fact only Muslim women. And should they come through a family unification to Britain, they will have to have to take language classes within two and half years of arrival.

This is because Cameron believes that these women are not to be integrated without an ability to speak English, and this condition causes radicalisation, FGM and forced marriages.

In fact there are locations in which 20 percent of female migrants from Pakistan and Bangladesh do not speak English. Womens’ organisations confirm that at times this is due to the control of their husbands. But also many non Muslim migrants may have deficits in the English language, and some even think that quite a few Brits by birthright are not in possession of good English.

So it is astonishing that out of all things the budgets of local colleges was highly cut, exactly the places where many learn English, and that since the beginning of the austerity era, 32 organisations who specialised in helping oppressed women , had to shut due to lack of funds.

In many of Cameron’s new measures one can see above all one thing: He is a true Tory, who without a coalition partner finds himself in a situation that is just as socially isolated and who acts just as ignorantly, as apparently these women.

(C )2016 All Rights Reserved with taz.de. Translation Daniel Zylbersztajn

 

Highlights meiner Texte aus dem Jahr 2014| Most interesting texts written by me in 2014

Meine dreizehn besten Beiträge und Berichte des Jahres 2014.  Besonderen Dank  an die taz, die Jüdische Allgemeine und alle Redakteure, die mit mir arbeiteten.  Ihr werdet selten genannt und seid immer essentiell.

My best 13 reports and articles from 2014. Special thanks go to taz, die Tageszeitung, the Jüdische Allgemeine and all the editors that worked with me. You are seldomly named and yet essential.

Endlich kein Randthema mehr. Bericht vom Gipfel gegen Frauengewalt in Konfliktzonen.

https://dzx2.net/2014/06/14/taz-endlich-kein-rand-thema-mehr-finally-no-more-a-marginal-topic/

und

Sexuelle Belästigung. 80 Prozent der Männer sahen zu. S07-tt4-01.ebook

Ministeriale Sitzung

DSC01755No longer a marginal issue. Report from the summit on the elimination of violence against women in conflicthttps://dzx2.net/2014/06/14/taz-endlich-kein-rand-thema-mehr-finally-no-more-a-marginal-topic/and Sexual Harassment. 80 percent of men watched without intervening. S07-tt4-01.ebook

Antisocial subjectivity infringing the principle of >>Living Together<<. Wer hat angst vorm schwarzen Schleier. Kommentar bezüglich der Entscheidung des ECHR über das Verbot des Niqab in Frankreich.

http://www.opendemocracy.net/can-europe-make-it/daniel-zylbersztajn/antisocial-subjectivity-infringing-principle-of-%E2%80%98living-toget

English Article:Antisocial subjectivity infringing the principle of >>Living Together<< Who is afraid of the black veil. On the ECHR decision regarding the prohibition of the Niqab in France: http://www.opendemocracy.net/can-europe-make-it/daniel-zylbersztajn/antisocial-subjectivity-infringing-principle-of-%E2%80%98living-toget

Slimelight. Londons ältester Goth Club.

https://dzx2.net/2014/06/16/slimelight-extra-fotos-additional-photos-to-my-article/

Slimelight.Londons longest standing Goth club. A story.https://dzx2.net/2014/06/16/slimelight-extra-fotos-additional-photos-to-my-article/

London Goth Club Slimelight (c) Daniel Zylbersztajn, All Rights Reserved 2014
London Goth Club Slimelight (c) Daniel Zylbersztajn, All Rights Reserved 2014

Islam ist nicht gleich Islam. Besuch in der Whitechapel East London Moschee, der größten Moschee Großbritanniens http://www.taz.de/Muslime-in-Grossbritannien/!150143/

Islam is not always the same. Visit in the Whitechapel East London Mosque, the biggest mosque in the UKhttp://www.taz.de/Muslime-in-Grossbritannien/!150143/

Whitechapel Mosque (c) Daniel Zylbersztajn.
Whitechapel Mosque (c) Daniel Zylbersztajn.

Alma Deutscher, das glückliche Wunderkind.

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/20896

Alma Deutscher in teh Tree House (c) Daniel Zylbersztajn
Alma Deutscher in her “Tree House” (c) Daniel Zylbersztajn
Alma Deutscher the happy “miracle child”http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/20896

Kein Penny für Ed (Milliband)

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/20781

No Penny for EdMillibandhttp://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/20781U

Ukip in Clacton. Ganz gewöhnliche Menschen.

https://dzx2.net/2014/10/08/clacton-simple-people-rather-than-elite-ganz-gewohnliche-menschen-statt-elite/

Ukip Wahlstrategen bei der Arbeit in Clacton (c) 2014 Daniel Zylbersztajn All Rights Reserved
Ukip Wahlstrategen bei der Arbeit in Clacton (c) 2014 Daniel Zylbersztajn All Rights Reserved
Ukip in Clacton. Ordinary People!https://dzx2.net/2014/10/08/clacton-simple-people-rather-than-elite-ganz-gewohnliche-menschen-statt-elite/

Referendum Scotland. Welchen Scotch, bitte?

https://dzx2.net/2014/09/18/4905/

Ein Ire fuer Schottland.   Ruairi O'Conchuir vor der Gedenktafel des schottischen Nationalhelden William Wallace in London. (c) Daniel Zylbersztajn
Ein Ire fuer Schottland. Ruairi O’Conchuir vor der Gedenktafel des schottischen Nationalhelden William Wallace in London. (c) Daniel Zylbersztajn
Referendum in Scotland, Which Scotchhttps://dzx2.net/2014/09/18/4905/

Springbank Brennerei (c) Springbank
Springbank Brennerei (c) Springbank

Die lustige Witwe. Die Escort Lady, über 80.

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/19844

The merry Widow. Over 80 Escort Lady http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/19844

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Halb Teufel – Halb Kind. Bericht über Großbritanniens Kampagne gegen Frauenbeschneidung / Genitalverstümmlung.

https://dzx2.net/2014/04/30/wir-sind-halb-teufel-halb-kind-half-devil-half-child/

Half Devil – Half Child. Report about Britains campaign against FGMhttps://dzx2.net/2014/04/30/wir-sind-halb-teufel-halb-kind-half-devil-half-child/

Blakelock Prozess bezgl. 1984 Aufstände in London: Justice for all.

https://dzx2.net/2014/03/15/justice-for-all-der-ganze-text/

Blakelock Trial: Justice for all.  Report from the Old Bailey about the brutal murder of a police officer amidst the Tottenham riots in 1984. https://dzx2.net/2014/03/15/justice-for-all-der-ganze-text/

Antisemitischer Cartoon in der SZ (The Tablet)

https://dzx2.net/2014/02/25/opinion-deliberations-after-article-on-the-anti-semitic-cartoon-in-the-sz/

ENGLISH:Anti-Semtic Cartoon in German mainstream newspaper SZhttps://dzx2.net/2014/02/25/opinion-deliberations-after-article-on-the-anti-semitic-cartoon-in-the-sz/

Mark Duggan, erschossen von der Londoner Metropolitan Police,  war kein schlechter Mensch. https://dzx2.net/2014/01/09/mark-duggan-was-not-a-bad-man/

Broadwater Farm Estate, London, (c), reported in taz, die Tageszeitung (c) Daniel Zylbersztajn 2014
Broadwater Farm Estate, London, (c), reported in taz, die Tageszeitung (c) Daniel Zylbersztajn 2014

Daniel Zylbersztajn Highlights 2013:

https://dzx2.net/2013/12/29/2013-im-ruckblick-einer-selektion-meiner-berichte-aus-england/

Daniel Zylbersztajn die besten Beiträge von London 2012:

dzx2.net/cv/london-2012/

Generelle Highlights:

dzx2.net/best-of/

Mark Duggan, shot by the London Met, was not a bad person.  https://dzx2.net/2014/01/09/mark-duggan-was-not-a-bad-man/

Tageszeitung (c) Daniel Zylbersztajn 2014
Tageszeitung (c) Daniel Zylbersztajn 2014

Daniel Zylbersztajn Highlights 2013:

https://dzx2.net/2013/12/29/2013-im-ruckblick-einer-selektion-meiner-berichte-aus-england/

Daniel Zylbersztajn, Best of London 2012:

dzx2.net/cv/london-2012/

General best of:

dzx2.net/best-of/

Journalism, because you believe in it. ● Journalismus, weil man daran glaubt

My report in the taz:  www.taz.de/Urteile-in-Grossbritannien/!136624/

#Nicholasjacobs free.  I was one of the only few German journalists (maybe the only German at the beginning?), that went to the trial for a few days and reported on it for #TazDieTageszeitung, the only German newspaper independent and clever enough on such issues.

Because most people do not want to pay for news anymore, reading free of charge online or those free hand out newspapers,  I did not get  paid much for the many hours in court apart from one article,  but I understood that truth and information are sometimes more important, than what you get paid, especially whilst much of the UK media was taking the side of the crown prosecution even though now they claim otherwise.

I remember how on the second Monday of the trial, I was the only journalist at all observing the entire demo for Jacobs, whilst a BBC colleague with camera did a 2 minute recording and then left.

This – going to trials, listening and taking longer notes – isn’t sustainable for ever for journalists like myself, but I know what I am in journalism for. I could have continued to build a career as CEO of NGOs, but chose to go back to journalism, because of passion for truth, justice and reporting from angles others don’t, based on a solid foundation of original studies in politics, sociology and modern history, journalism and years of commitment to the media. I was also in a minority by hinting to the internal corruption of the police and the problems with the witnesses produced.

As to the issue of the events 30 years ago, I hope some sort of truth and reconciliation process could emerge for all victims of the time, those who were targets and victims of the Met and for the family of the murdered officer Keith Blakelock.

DEUTSCH

Mein Bericht in der Taz http://www.taz.de/Urteile-in-Grossbritannien/!136624/

Ich war einer der wenigen Deutschen Journalisten ( anfänglich evtl. der einzige Deutsche), die einige Tage des Prozesses gegen Nicholas Jacobs im Gericht beobachtet hatten, und einiger der wenigen aller, die überhaupt über Probleme im Fall, Polizeikorruption und unzuverlässige Zeugen von Anfang an schrieben.

Mein Honorar dafür, war mehr, dass mein Sinn für aufrichtigen und informativen Journalismus, basiert auf eine fundierte Ausbildung in Politik und Zeitgeschichte, und Jahre der Erfahrung, richtig war, als das wenige Geld was man mit dem Journalismus dieser Tage verdient. Es ist deshalb wichtig und essenziell , dass von allen unabhängiger Journalismus finanziell mitgetragen wird, sei es durch Abos oder die 10 Cent beispielsweise auf der Taz Zahleinrichtung für bestimmte Berichte, oder mindestens durch Verteilung über die sozialen Medien. So bleiben nicht nur Zeitungen am Leben, sondern vielleicht kriegen Journalisten auch irgendwann wieder genug bezahlt, so dass man es sich beispielsweise immer erlauben kann, bei Prozessen beizusitzen.

Written on mobile phone in Germany.

Daniel Zylbersztajn’s 2013

2013 through the selection of some of my articles:

This year I typed over 40 mostly on the ground researched pieces.  Many were transforming and unique written for four media outlets, Taz, Jüdische Allgemeine, Open Democracy and Die Zeit.  On three occasions I published only on my blog.

I hope I continue to write challenging and original pieces in the next year.  I have some already forthcoming to do with urban culture, domestic violence, sustainability and on Jewish issues.  Perhaps I will also write again more in English, as I have done in the past.

To my all my readers, but especially my loyal ones and interviewees, a great thank you.  I could not do without you!  Special thanks to all the newspapers and editors, you know who are!

Daniel Zylbersztajn

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A readers complaint. Does British media still lack ethics and morals after Leveson? The Peckford Place Media Disaster.

This week I received a readers complaint regarding facts that circulated everywhere in the media in the UK.  It were the names of the occupants of the house in which an alleged slave holding is said to have occurred.  Later it was suggested, that it may have had also something to do with one of the occupants former political activities.

When we run my update on the latest revelations and names on Thursday (28/11/13) in the German paper Taz, Die Tageszeitung, the German broadsheet newspaper I write for, the main reason was that the  story everybody thought they knew, had changed from merely a trafficked people story to one of people possibly being trapped by a political ideology and the person behind it, and there were also issues coming up, concerning the unresolved death of a woman in 1997, who fell out of a bathroom window subscribed to the supposed political collective.

A reader felt compelled to write and complain, why we published all these names and why with so many question-marks?   More to the point why did we publish names and circumstances that have not been confirmed yet, and were just speculative?  The “readers-letters editor”highlighted the letter and I answered it for the Saturday edition 30/11/13.  In my response I speak of different cultural norms, the fact that the British media was totally full with the names and we had a duty to report, although in the most careful language.  I thanked the reader though for raising the issue and showing that for her the pain threshold had been over stepped.

In honesty, I felt she was quite right, but the facts were totally public in the UK for days.  The same facts would not as easily have come to light in Germany though.  And I felt that the way the UK-press had addressed the story was tasteless and in part immoral too.  You have to consider here that right to privacy and anonymity are principles most Germans will defend at all costs (still paradoxically Germans have their private family names on all their letter boxes and bells in Germany, unlike the anonymous door number system here in Britain).

Papers like The Sun and the Daily Express allegedly had paid for information given to them by neighbours, who had been quiet for months and years about what they knew about the circumstances of these people next-door.  Why did a person who received over 500 letters, as we read, and lived next door, never raise the issue with any external agency, but then willingly gave  much of it or all away to the sensationalist press, allegedly for large sums of  money? And why did the mainstream press including The Guardian,  The Independent, ITV and even the BBC then build upon that data released by the sensationalists amongst our profession?

Why did British media overall not think that it was wrong to publish the alleged name of the 30-year old on Sunday evening, as well as the names of all the other occupants after that?  For sure everybody knew the women were vulnerable and facts were under investigation?

As a matter of fact on Tuesday an e-mail reached me by the Metropolitan Police asking journalists to stop speculating and stating that the revelations interfered with investigations.  Still on the very same day and on the day after that more names and facts came out and unlike the photo of the 30-year old published on Sunday with her face hidden – that publication itself a scandal – the same photo was later shown with her full profile visible, giving away any anonymity she may have preferred to keep.  That is immoral.

As a correspondent I played a role in carrying these facts forward to Germany, but only after they were common knowledge in Britain by all in the UK who read papers, or listen or watch news, and because these facts changed the facts on the grounds.

But it was hardly ethical by the British press to  reveal the possible details of women, who very much were victims and deserve society’s protection.  If the women chose to come out and talk to the media it is a different matter, but some of the facts were revealed using private and confidential letters of clearly failed neighbours (in my judgement), who did not alert supporting agencies when they could and should have done, and chose to cash in on the misfortune of their neighbours for personal gain through the hands of journalists or people who call themselves that.

I can not change the way news is made in the UK, and as a correspondent I act often reactive anyway, and  have the duty to let people in Germany know what is happening here, but I wonder if in deed I could have done it differently, perhaps not naming any of the people in spite of them being given here?  I just wonder though how it would have looked?  Most other German media also gave all the facts away.

But for Britain these are the post-Leveson-Inquiry days.  Rebecca Brooks is still in the Old Bailey being tried.

There is a reason why organisations like the BBC do usually not pay for interviews, and I think that all media should follow suit, unless exceptional circumstances ask for a different approach.  Further there must be a more moral and communal accountability in such cases.

So I must agree with my German reader.  Still I did put a lot of question marks and words like alleged, presumed, not officially confirmed in my report of the  28th of November, making it clear, the information was others guesswork.  But that was what it was at in London at the time, and the papers were full of  it.

Part of me wonders if in deed one must approach the British way of reporting in a different and novel way.  I will think about this in the months to follow. That’s my job.  But what is the job of my UK colleagues?

What is our purpose as journalists? Is it not also to help the world to become better by thinking about the mistakes of others for example?

In my opinion the second biggest headline over the last days has been missed by most of my UK colleagues- not by me:

In my report in the Taz on Monday the 25th I put my fingers clearly on the neighbours, who did not talk and sold their story.  Here was scandalous footage, one that could have altered behaviour by other neighbours to continue to be bystanders and silent witnesses to terrible abuse.  The papers should have been more full with that, than the names and photos of the victims.

Now that the intoxication of the Lambeth story wears of, it would be very much time to think about the cure for the hang-over, and perhaps get off the bottle of sensationalism in the future all together!?

 

Terror in London: Balance der Risikofaktoren. Verdacht auf unbehandeltes Trauma. | Terror in London. Possible untreated PTSD in killers of Woolwich say experts

Terror in London: Balance der Risikofaktoren.

(c) 2013 Zylbersztajn, Alle rechte Vorbehalten, (C) 2013 All Rights Reserved

Verdacht auf unbehandeltes Trauma bei Attentätern sagen forensische Experten.

Das Video Michael Adebolajos in der er vor der Handykamera mit Blut verschmierten Händen eine Aussage macht, wurde weltweit gesehen. Aber zu welchen Folgerungen kommen Experten in der forensischen Psychologie hierzu?

Dieser Bericht wurde in den Medien nicht veröffentlicht. Ich würde mich darüber freuen von Lesern zu hören wie nützlich sie diese Interviews aber fanden.  Bitte hinterlassen Sie deshalb einen Kommentar am Ende.

ENGLISH:

Terror in London.  Possible untreated trauma of  murderers could possibly have led to the murder of Lee Rigby say experts.

After the Woolwich murder of Lee Rigby I interviewed two foresic psychologists, leaders in their field,  about the “bloody hands video” that circulated arund the world.  An unusual and interesting and informative assessment of the psychology of those who murdered the soldier Drummer Lee Rigby.

Use googletranslate or similar to get a reasonable English translation (simply put the entire link http://wp.me/p2dMvS-Al  inside.

© DANIEL ZYLBERSZTAJN  2013 Terror in London: Balance der Risikofaktoren.

Verdacht auf unbehandeltes Trauma bei Attentätern sagen forensische Experten

Das Video Michael Adebolajos in der er vor der Handykamera mit Blut verschmierten Händen eine Aussage macht wurde weltweit gesehen. Aber zu welchen Folgerungen kommen Experten in der forensischen Psychologie hierzu?

Daniel Zylbersztajn befragte zwei Experten in menschlicher Gewalt.. Dr. Claire Lee ist Expertin in Kriminalitätsentwicklung, Entscheidungsvorgängen am Tatort, und Persönlichkeitsstörungen. Sie arbeitet an der Universität Portsmouth im internationalen Forschungszentrum für forensische Psychologie. Dr. Jeff Victoroff ist ein Arzt und Professor für klinische Neurologie und Psychiatrie an der Universität von Südkalifornien. Seine Spezialisierung liegt bei menschlicher Aggression, der Psychologie von Terroristen und Selbstmordattentäterin und er ist Mitglied vieler internationaler Gremien über Terrorismus und Aggression unter anderem für die NATO und die Vereinten Nationen.

Daniel Zylbersztajn: Wie würden Sie die Aussagen von Michael Adebolajo vor einer Handykamera auslegen, nachdem er gerade den britischen Soldaten Lee Rigby auf offener Straße brutal zerhackt hatte. Er entschuldigt sich sogar, dass Frauen dies sehen mussten. Liegt hier etwa eine mentale Erkrankung vor?

Nee: Es ist ein Beispiel von Radikalisierung, im Gegensatz zu einer mentalen Störung, weil es ihm möglich ist, sein Verhalten in dieser Extremsituation zu erklären und zu rechtfertigen.

Victoroff: Genaues kann man aus dem Video nicht schließen. Adebolajo zeigt in dem Video weder Anzeichen, die auf Wahn, interne Dränge oder schizophrene Störungen deuten lassen, aber man kann es nicht ausschließen. Auch ist der Grad seiner Erregung ist eher untypisch für eine starke Depression. Die relativ deutliche Rede und der stabiler Stand und Gang machen auch einen Rausch, wie durch Alkohol, unwahrscheinlich. Was seine Entschuldigung gegenüber Frauen betrifft, ist es schwer zu beurteilen, ob es eher was mit seinem Temperament, seiner Erziehung, oder kulturell Gelerntem zu tun hat, oder ob er in der Tat ein kleines bisschen Reue zeigt. Es können aber auch derartige psychodynamischer Faktoren vorliegen, für die man fünf Jahre Untersuchung braucht, um sie zu entdecken.

Daniel Zylbersztajn: Sie sagen er erklärt seine Tat mit relative Klarheit. Ein Akt eines rationell denkenden Terroristen also?

Victoroff:Nach meinem besten Wissen ist Rationalität keine menschliche Eigenschaft. Sie meinen eher das Fehlen einer starken Denkstörung, so wie etwa ein Wahn? Aber Sie sollten beachten, dass Menschen die nicht an einer mentalen Krankheit leiden, dennoch nach Schemen unzähliger bewusster und emotionaler Neigung handeln. Nimmt man die Rede Adebolajos buchstäblich, dann kann sein emotionales Motiv für seine Gewalttat zu begehen, eine Kombination der folgenden vier Szenarien sein:

Eine Reaktion auf echte Vorkommnisse, vor allem die nicht-islamische westliche Militärbesetzung auf hauptsächlich islamisch bewohnten Boden

Die Art wie durch seine eigene Persönlichkeit diese Ereignisse interpretiert und gefühlt werden. Zum Beispiel alles in „schwarz-weiß“ zu sehen, was ganz typisch bei Fundamentalisten ist und die Wahrnehmungsflexibilität mindert.

Einflüsse von Personen die ihm als wichtig und gebührend erscheinen, wie zum Beispiel bestimmte Imame.

Ein Auslöser aufgrund einer persönlichen Verletzung oder Demütigung, und welche er seinen politischen Feinden zuspielt, oder so irrelevant ist, wie der Abbruch einer Beziehung, also ein Racheakt oder eine verlagerter Wut.

Daniel Zylbersztajn: Adebolajo befand sich aber nach Aussagen der englischen Medien seit mindestens sechs Jahren im Zirkel militanter islamischer Randgruppen. Ist so eine Assoziation auch genug, um einen Menschen zu solchen Gewaltakten zu bewegen, oder bedarf es dazu gewisser psychologischer Schwächen?

Nee: Je mehr Risikofaktoren bestehen, umso wahrscheinlicher ist das Ausgeliefertseins zur potenziellen Indoktrinierung. Zu solchen Faktoren gehören alle möglichen soziologischen und individuellen Faktoren. Zum Beispiel sind die soziologischen eine Abstammung von einer marginalisierten Gruppe, als auch ein versperrter Zugang zum Erziehungssystem, zu gesundheitlicher Verpflegung, oder zum Arbeitsmarkt. Das Erfahren von Rassismus und rassistischen Attacken, persönliche oder familiäre Traumata, Misshandlung, sowie das Fehlen von Respekt durch andere in Autoritätsstellungen gehören ebenfalls zu diesen Faktoren. Sie hinterlassen alle ein Gefühl der gesellschaftlichen Ausschließung. Wenn man zu diesen soziologischen Faktoren, individuelle Faktoren zieht, dann wird es wahrscheinlicher, dass sich jemand durch solche Bewegungen indoktrinieren lässt.

Daniel Zylbersztajn: Sie nannten auch individuellen Faktoren?

Nee: Zu individuellen Faktoren gehören Erinnerungen an traumatische Vorfälle, ein niedriges Selbstbewusstsein und eine Ausgesetztheit externer Kontrolle der Lebensumstände, sowie verschiedene Persönlichkeitsstörungen, sowie narzisstisches oder unsoziales Verhalten. Es ist also eher unwahrscheinlich, dass sich jemand solchen Bewegungen anschließen würde, ohne dass einige dieser Faktoren zutreffen.

Victoroff: Individuen haben viele Zugehörigkeiten, Schulkollegen, Religion, Familie oder ein Fußballverein. Irgendwann in Adebolajos Leben verstärkte sich sein Zugehörigkeitsgefühl mit denen, welche wütend auf das Benehmen des nicht-islamischen Westens sind, und zum Ausschluss aller anderen Zugehörigkeiten.

Daniel Zylbersztajn: Was sie da beide sagen, hört sich an, als ob nahezu jeder zum Terroristen gedrängt werden kann. Ihre genannten Faktoren sind ja bekannte Muster aus dem Leben vieler?

Fast jeder kann zum Terroristen gedrängt werden. Aber einige wissenschaftliche Beweise suggerieren, dass nur eine kleine Untergruppe sich tatsächlich bewaffnet und die Zivilbevölkerung angreift. Depression, angeborene Aggression, Verlustgefühle und posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) und eine Tendenz die Welt in Schwarz und Weiß zu sehen sind wohl die entscheidenden Faktoren, die jemanden dazu bringen politischen Beschwerden mit Gewaltakten zu beantworten, etwa eine Person unter Zehn oder gar hunderttausend Anderen, eher selten.

Nee: Es mag selten sein, aber immer mehr Menschen sind davon betroffen, und zwar in Gesellschaften auf der ganzen Welt. Der Grund ist die sich global ausgebreitete Rezession.

Daniel Zylbersztajn: Oh das ist ja Armut als einer der Hintergründe. Bei diesem Fall in London reden aber alle von Religion und Ethnizität?

Nee: Ich weiß nicht welche Entscheidungskriterien die Regierungsanalytiker benutzen, aber in den Medien liegt der Schwerpunkt wahrscheinlich zu oft nur bei Ethnizität.

Daniel Zylbersztajn: Es heisst, dass Adebolajo wahrscheinlich in Kenia vom dortigen Geheimdienst gefoltert worden ist, und dass man ihn auch mit sexueller Misshandlung gedroht hätte. Danach wurde er von den englischen Sicherheitskräften verfolgt. Er sei dadurch ein verschlossener Mann geworden, im Gegenteil zu vorher. Vom Mittäter Michael Adebowale wird gesagt, dass er miterleben musste, wie ein Freund aufgrund eines brutalen rassistischen Angriffs starb, bei dem auch er selber vom Täter verletzt worden war. Welchen Einfluss können solche Erlebnisse haben, ins besondere, wenn es schon ein vorheriges Interesse an militanten Bewegungen gab?

Nee: Wenn sich diese Tatsachen über die Folter und den miterlebten Mord als wahrhaft erweisen, besteht bei mir überhaupt kein Zweifel, dass solche Erfahrungen die beiden verletzlicher gemacht haben könnten, um durch radikalen Gruppen indoktriniert zu werden. Solche Erfahrungen sind aber traumatisch bedingt, im Gegensatz zu psychotischen mentalen Erkrankungen.

Victoroff: …und sie mögen auch Rache gegen die Leute suchen, von denen sie glauben dass sie die persönliche Verletzungen verantwortlich sind. PTBS stört die emotionale Regulierung und senkt die Schwellgrenze, bei der unproportionale Reaktionen provoziert werden können. Aber eine Komplikation von PTBS war auf alle Fälle kein Faktor beim Mord selber. Nichts im Video lässt darauf schließen, dass er bei der Tat in einem dissoziativen Zustand war.

Daniel Zylbersztajn: Wer kümmert sich denn in Großbritannien, um Menschen die Traumata erfahren haben?

Nee: Behandlungszentren im mentalen Bereich. Der Überweisung zu einer Behandlung geht über den Hausarzt. Aber diese Behandlungszentren sind in Großbritannien vollkommen überlastet. Es ist möglich, dass Tausende, niemals um Hilfe fragen, und gerade dann, wenn sie sich ohnehin von der Gesellschaft ausgeschlossen fühlen.

Daniel Zylbersztajn: Und hätte man den beiden helfen können? Sollten Fachkräfte im mentalen Gesundheitsbereich viel öfter mithelfen? Wenn die Effekte der traumatischen Erfahrungen in einer Therapie aufgearbeitet worden wären, dann wäre es weniger wahrscheinlich gewesen, dass Adebowale und Adebolaja ihre Missstände durch das Aufsuchen einer radikalen Gruppe gelöst hätten.

Victoroff: Aber echte mentale Erkrankung ist oft gar nicht vorhanden. Ich glaube nicht, dass eine erweiterte Überwachung durch Experten im Bereich der mentalen Gesundheit Terrorakte ernsthaft verringern würde.

Laut Aussagen einer englischen Sozialarbeiterin im mentalen Gesundheitsbereich gegenüber Daniel Zylbersztajn, ist mentale Gesundheitsversorgung für Menschen mit Migrationshintergrund ein offenes Minenfeld. Menschen mit Migrationshintergrund werden im Gegensatz zu anderen disproportional als chronisch mental krank diagnostiziert „und mit Drogen voll gestopft,“ oder überhaupt gar nicht aufgenommen. Psychotherapie für nicht chronische mentale Zustände wie PTBS ist eher eine rare Behandlung. Deshalb gibt es viel Misstrauen gegenüber diesem Sektor unter Migranten, und oft bestehen auch erhöhte Stigma bezüglich einer Diagnose mentaler Probleme und bezüglich der psychologischer Versorgung. Kürzungen in den Budgets der mentalen Gesundheitsversorgung in England aufgrund der Rezession haben diese Situation nur noch verschärft. Wie auch Nee bestätigte, viele Betroffene erhalten keinerlei Hilfe.
 © DANIEL ZYLBERSZTAJN  2013

 

TAZ: Zeitungskrise in Großbritannien Der Scheinriese | Newspaper crisis in the UK. The pretend-to-be-giant?

Deutsch: logo der tageszeitung the guardian
Deutsch: logo der tageszeitung the guardian (Photo credit: Wikipedia)

An English intro follows behind the German summary. 

In diesen Bericht in der Taz schildere ich die Ambitionen des Guardian Verlags, der online die drittgrößte Zeitung der Welt ist (via guardian.co.uk).  Der Guardian verbuchte trotz massiver Investitionen, manche sagen,wegen ihnen, über Millionen hohe Verluste.  Nun sollen auch noch 100 redaktionelle Mitarbeiter aus der Guardian News & Media Group (GNM) gehen,  der freie Zugang zu Guardian online soll trotzdem nicht abgeschafft werden, im Gegensatz zur ehemalig freien New York Times , die seit 2011eine Paywall hat.  Entweder gewinnt die ganze Welt einen linkszentrierten Nachrichtenverlag, oder alle und vorallen Grossbrittanien verlieren seine seriöseste Pressestimme mit sozial und ökologischen Interessen.  In der zwischenzeit, das steht nicht in meinen Bericht, hat sich Chefredakteur Alan Rusbridge,  damit beschäftigt professionell Klavier zu spielen.   Wer über 400.000 Euro verdient und mit um ihre Zukunft zitternden Journalisten zu tun hat braucht solche Ablenkung.  Rusbridger wurde mir von ehemaligen Guardianjornalisten sowohl als Genie als auch als etwas verdächtig beschrieben.  Mehr im Bericht.

www.taz.de/Zeitungskrise-in-Grossbritannien/!108878/

It was the famous German author Michael  Ende who defined first the word Scheinriese for the German vocabulary in his book Jim Knopf and the Wild 13.  A Scheinriese is a pretend-to-be-giant.  In Ende’s story it is a man who looks like a giant from far way, but as one gets closer to him, he turns out to be of normal stature.     In my report about the Guardian Media Group I look at the tension between it being the third largest online newspaper, and its huge deficit in the last financial year.  The Guardian desires to grow further with expansions in New York and Australia, whilst it aims to rid itself of about 100 editorial staff.  But its free access policy is to remain in place regardless, even though the New York Times has introduced a paywall in 2011.   Either the whole world gets a global left-central news corporation, or all and especially Great Britain lose their most serious voice with an interest in social and ecological affairs. I asked a former editor, the chief-editor of the UK’s main media publication, the Press Gazette (which itself saw its print edition vanish) and we learn from Andrew Miller, chief executive of GMG that all is quite well, well enough for Alan Rusbridger, chief editor of The Guardian, to tell BBC World Service about his achievement of finding enough leisure time to learn to play the  piano very well in the last few years and from scratch at that (see also below article from Guardian )

The article is part of the debates on how news and media move forward in the digital age.

Full version (in German) here www.taz.de/Zeitungskrise-in-Grossbritannien/!108878/

Taz: Wahlrecht für Häftlinge in GB. Weggesperrt und entrechtet! Prisoners voting rights in Britain: Logged up and deprived of rights!

David Cameron prepares for the last Prime Mini...
David Cameron prepares for the last Prime Ministers Questions (Photo credit: conservativeparty)

Weggesperrt und entrechtet berichtet über die  britische Haltung bezüglich dem Wahlrecht von Strafgefangenen in Großbritannien.

http://www.taz.de/Wahlrecht-fuer-Haeftlinge-in-Grossbritannien/!104667/

Logged up and deprived of rights reports on the UK governments stance regarding voting rights for prisoners in the UK.

www.taz.de/Wahlrecht-fuer-Haeftlinge-in-Grossbritannien/!104667/

‘London Eye’ ist Commentarist Platz 39. Einer der meist gelesenen Kolumnen in deutsch. ‘London Eye’ One of the most read columns / commentaries in German!

London - Moving Tube London - 550d
taz taz (Photo credit: ☃)

Ich bin mit London Eye (Die Tageszeitung) heute die 39 meistgelesene Kolumne im deutschsprachigen Raum. wenn man Commentarist.de glaubt.

Die Idee einer Kolumne über London welche die Olympiade begleitet war allerdings der brillante Einfall vom Auslandsredakteur der TAZ Dominic Johnson

P.S. Leider war ich 7 Tage später, und zwei Tage seit der letzten Veröffentlichung der Serie London Eye,  am für meinen Nachnamen gewohnten Platz.  Am Ende mit Listenplatz 3644.

My commentary “London”  in Die Tageszeitung (TAZ) about Londoner’s views  during the Olympics is today 39th most read daily commentary in the German speaking areas.  See www.commentarist.de/journalist/Daniel-Zylbersztajn

The brilliant idea to write about London outside the Olympic park  originally came from TAZ foreign desk editor Dominic Johnson, who has family roots in the UK.

Ed. Sadly seven days later, and two days after the last comment lines appeared I was once again where my surname that starts with ZY always kept me.  Near the end 3466 on 17th Aug. 2012.

Die Tageszeitung (TAZ): Die meisten Kunden sind Exzentriker (most customers are excentrics)

Bericht über die berühmten Londoner Taxifahrer zu Olympia

Profile of two of London’s cabbies… (German)

http://www.taz.de/Olympiataxifahrer-in-London/!98745/