Manchester United?

Ich zeige hier ein paar ausgesuchte Fotos aus Manchester vom Wochenende nach dem Terror, die meinen ausf[hrlichen Bericht in der taz komplementieren.

http://www.taz.de/Die-Auswirkungen-des-Terrors/!5409852/

 

Here are some photos to complement my feature article in the taz

http://www.taz.de/Die-Auswirkungen-des-Terrors/!5409852/

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Reporting from London. Das Jahr 2016 aus eigener Feder.

Dises Jahr war für mich als in London lebender Korrespondent besonders voll. Hier in Großritannien  gab es nicht nur das Brexitreferendum und einen Regierungswechsel nachdem Cameron zurückgetreten war, sonden auch Probleme in der Arbeiterpartei, den 90. Geburtstag von Königin Elizabeth und die Bürgermeisterwahlen in London im Angebot.

Vor dem nun berüchtigten EU Referendum zog ich für die taz durch ein Duzend Städte und Regionen Englands und befragte dort ganz gewöhnliche Menschen, wie sie sich entscheiden werden, “In” oder “Out”. Darunter Städte wie Bristol, Aberysthwyth, Leicester, Chicester und Newquay.  Wöchentlich außerhalb London situiert war ich einer der wenigen Journalisten, die sich auf Grund der Recherchen vor Ort klar wurden, dass es bei der Abstimmung zumindenst eher sehr knapp werden würde. Unter den vielen Leuten, die ich in Wales, Cornwall und England traf (Nordirland und Schottland übernahm mein Kollege Rolf Stotscheck), blieben vor allen die Fischer in Portsmouth in meinem Gedächtnis hängen (Die Fischer von Portsmouth wollen raus). Es war ihre Geschichte von „Schlachten,“ zwischen ihnen selber und französischen Fischern auf hoher See. Als Grund nannten sie die EU Fischereiquoten. Natürlich, so erzählten sie mir, stimmten sie alle für den Brexit, ganz klares Ding, angeblich. Zur gleichen Zeit lies jedoch Greenpeace wissen, dass das Problem solcher Fischer eigentlich gar nichts mit den EU Quoten zu tun habe, sondern mit ausbeuterischen Großunternehmen im Vereinigten Königreich selber, welche  diese Quoten aufkaufen und sie dann ihrerseits an kleinere Fischerflotten abgeben (siehe Greenpeace Bericht (englisch) hier). Das, laut der Umweltorganisation, sei also das wahre Problem und sei eine vollkommene interne Angelegenheit und innerhalb Großbritanniens selber lösbar.

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Die ausländerfeindlichste Stimmung gegen die EU nahm ich jedoch in Dover wahr (Ein Besuch im Hotspot Dover). Es war ein sonniger doch politisch sehr frustrierender und düsterer Tag in der Hafenstadt. Als Reaktion gab ich einen um Geld bittenden somalischstämmigen Briten an der Haltestelle in Dover am Abend zu viel des Guten. Eine Überreaktion, da ich dachte, dem hilft hier neimand.
Wie es oft der Fall ist, begab ich mich auch in 2016 in mir bisher relativ unbekannten Gegenden. Batley in Yorkshire beispielsweise, oder Dudley im Black Country und Sleaford. Zum Teil kamen dabei radikale und extreme Meinungen zum Vorschein, symbolisch für den populistische Mix dieser Zeit und die Unyufriedenheit vieler (siehe z.B Im Land der SchuldzuweisungenEine Schauspielerin solls richten ).
Auch stark in meiner Erinnerung bleibt ein längeres Interview mit Marina Litwinenko, der Witwe des mit höchster Wahrscheinlichkeit durch Russland ermordeten Alexander Liwinenko (Die beharrliche Witwe). Sie trank während des yweistündigen Interviews keinen Tropfen Wasser, während ich einen Kaffee genoss.
Mein Treffen mit dem korpulenten Clasford Sterling, dem Aktivisten und Fußballcoach auf Broadwater Farm, einen Wohnkomplex in Tottenham, war ein anderer einprägender Moment. Sowohl die Regierung in Westminster, als auch die Lokalbehörden beabsichtigen den Wohnkomplex abzureisen. (Streit um Broadwater Farm). Nahezu allein kämpfen er und die Bewohner gegen die Politik.

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Foto Daniel Zylbersztajn, (c) 2016, All rights Reserved

In der Arbeiterpartei Labour gab es dieses Jahr mehrere Krisen. Zum einen gab es Probleme mit dem Antisemitismus, zum anderen wurde dem Parteivorsitzende Jeremy Corbyn von seiner Parlamentsfraktion das Misstrauen ausgesprchen, woraufhin er von Owen Smith zu einer einer Neuwahl aufgefordert wurde, welche Corbyn schließlich mit vergrössertem Mandat für sich gewann. Ich  habe das alles nach und nach für verschiedene Zeitungen dokumentiert (siehe u.a. Labour und der Judenhass, und Labours Feindschaft) Zum Antisemitismus gab es in der Jüdischen Allgemeine hierzu sogar ungewöhnlich ganze vier Beiträge, inklusive einem Leitkommentar. Auf der anderen Seite schrieb ich in einem langen taz Schwerpunkt über die ungebrochene Popularität Corbyns in seinem Wahlkreis im Norden Islingtons. Nach zwei Wochen langen Recherchen, gab es wenig unter den von mir in Nordislington Befragten, die sich negativ über Corbyn ausdrückten. Labour: Dem alten immer noch treu.

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Foto Daniel Zylbersztajn, (c) 2016 All Rights Reserved

Zum Ende des Jahres würde ich, neben einen Besuch zu Chanukkah vom Jewish Labour Movement (Labour geht ein Licht auf), dann noch einen symphatischen Müllmann treffen, der bei einer Nachwahl Labour Abgeordeter werden wollte.Er schaffte es nicht und wurde nur Dritter. Ukip gegen Labour im englischen Brexitland.

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Jim Clarke, Binman aiming for Westminster seat for Labour in Sleaford. Creative Commons License, Share with full reference(c) 2016

Besonders interessant waren zwei auf längere Recherchen beruhende Texte. Eine Schwäbin in Kent behandelte die Person Anna Essinger und die Schule, die sie 1933 von Ulm nach England verfrachtete, wo sich die Schule später vorallen um jüdische  Flüchtlingskinder kümmerte. Ich traf mich mit mehreren Zeitzeugen, der Jüngste 83, der Älteste 92.  Später kam es deswegen in London zu einem Vortrag mit zwei Zeitzeugen, von dem es ein Video gibt (Englisch).

Eine andere Recherche, die sich mit der Vergangenheit beschäftigte, bezog sich auf Prinzessin Alice, der Mutter von Prinz Phillip. Ich befasste mich sogar länger, als ich es beabsichtigte mit dem Thema und interviewte letztendlich auch ihren Biographen. Grund war, dass mich das oft mit Tragik erfüllte Leben der Prinzessin faszinierte. Unter anderem, rettete sie auch eine jüdische Familie und viele verletzte Soldaten. Für den Bericht, Die vergessene Helferin, bekam ich die persönliche Erlaubnis ihrer Hoheit Prinz Philip, Fotos seiner Mutter wiederzugeben.

Absage nach Paragraph 116 spricht von bürokratischen Verordungen in Deutschland gegen welche die adoptierte Tochter eines jüdischen Flüchtlingpaares aus Deutschland gestossen war, die nach dem Referendum die deutsche Staatsangehörigkeit beantragen wollte.

Nebenbei arbeitete ich für die Südengland Ausgabe des ADAC Reisemagazins. Hier ging es um ganz andere,  weniger politische  Themen, sondern um Besonderheiten Südenglands. Meine besondere Aufgabe war es dabei  Menschenprofile zu recherchieren, interviewen und mit Fotografen zu koordinieren. So endete ich auf einer Teeplantage  mitten auf einem riesigen Privatgut in Cornwall (Tregohnan), lief zusammen mit dem Fotografen Reinhard Hunger  vier verschiedenen Pfarrern in Oxfordshire hinterher, befragte einer Kanalschwimmerin, die bereits dreimal von Dover nach Calais geschwommen war, über ihre Motivationen, lernte die Buttlerin eines aristokratischen Haushalts kennen, interviewte und hatte Mittagessen mit der Graffitikünstlerin Gemma Compton,  einer der führenden Frauen in der englischen Streetartszene, und hatte eine Führung der McLaren Fabrik, durch Amanda Maclaren der Tochter der Gründers und Rennfahrers  Bruce Maclaren, die mir unerwartet und offen von ihrem Vater erzählte, der 1970 bei einem Rennen sein Leben verlor. In Maidenhead traf ich dann den “Schwanzähler” ihrer Majestät der Königin, und begab mich in eine Perückenwerkstatt im Zentrum Londons, wo die Perücken der Richter und Anwälte des britischen Rechtssystems angefertigt werden.  Weitergelegen in mitten einer Bucht umrandet von tiefen Wald in der Nähe von Southampton, bekam ich eine persöhnliche Führung für das Magazin der Übereste eines jahrhundertealten englischen Kriegsschiffes, der “Holy Ghost”, auf welche der Historiker Ian Friel zufällig gestossen war. Aber ich entdeckte nebenbei, dass er auch ein Dramatuloge ist.

Am Ende musste für die auch noch ein Titelbild organisert werden. Dazu musste ich erst vier  Kinder organiseren, die vor einem burgähnlichen Turm in Ritter und Prinzessinenkostümen auftreten sollten, sie nach Oxfordshire fahren und mich dort mit den Fotografen Peter Guenzel und seinem Team treffen. Es ging alles gut. Die Mädchen, beide acht Jahre alt, darunter auch meine Tochter, beschwerten sich jedoch, dass nur die Jungs mit den Schwertern kämpfen durften und Am Ende machte der Fotograf dann noch Fotos mit allen Kindern mit Schwertern, ins Magazin kam jedoch das mit der traditionellen Geschlechterteilung.

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Die Mädchen hatten genug davon, dass nur die Jungs mit den Schwertern kämpfen sollten, und erfriffen die Waffen! Foto: Daniel Zylbersztajn, (c) 2016,  All Rights Reserved

 

Andere interessante Berichte:

 

 

Die Nacht des EU Referendums

In der Nacht des Brexit Referendums schlug ich mich mit einem Leihwagen an mehreren Orten gleichzeitig für die taz herum, denn ich war ihr einziger Mann in London selber. Gegen vier Uhr am Morgen war ich so dabei, als Nigel Farage seine Siegesrede hielt.

Taz hatte am Ende nur einen Bruchteil  meiner langen Nacht und Reportage ins Blatt genommen, da man sich entschlossen hatten, auch aus u.a. aus Brüssel und Berlin  Angaben einzunehmen. Das war für eine Tagesyeitung keineswegs verkehrt, denn das referendum hat ja internationale Auswirkungen.

Als Extrabeilage hier zum Jahresende dieses markanten Jahres, deswegen mein persönlicher Bericht der Brexit Referndumnacht in London, so wie ich es erlebte, im Zeitraffer.

Gott wird Grossbritannien retten!

23. Juni 2016

07.00 Die Wahllokale machen in ganz Grossbritannien auf

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08.25 Arsenal U-Bahn Eingang, Nordlondon: Eine junge Frau hat “I’m In” Sticker in der Hand und reicht sie den Leuten in der Morning Rush Hour. “Komm schon”!, fordert sie die Leute auf. In der U-Bahn sitzen bereits zahlreiche Personen  mit dem Sticker.

10.15, Kings Cross, Philip 24, steht hinter einem Klapptisch mit Prospekten und Stickern. Der gerade graduierte Rechtswissenschaftler erzählt, wie er hier seit halb sieben steht, “weil er sich als Eurpäer versteht”, und bis jetzt “nur ein paar Leute” ihn angeschrien hätten. Am Russell Square und in Holborn stehen ebenfalls Remain Leute. Anastasia Koro Literaturdoktorantin aus Russland steht auch da, mit DockMartins und schwarzer Hose und sagt, “Ich stehe hier gegen Putin”! Russland ist an alle dem Schuld, schau Dir Georgien und die Ukraine an, “ Sie hat sich extra den Tag frei genommen und will hier bis 10 Uhr nachts bleiben.

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20.00 Hannover Schule, Noelstraße, Islington, Nordlondon. Eine Menschentraube von mehr als 30 Menschen, alles Journalisten, steht vor dem Eingang. Ein großes weißes Schild verät es ist eine POLLING STATION, ein Wahllokal. Drei Jungen mit Hoodies fahren auf der Straße vorbei und schreien laut: “Fuck the EU, Fuck Boris!” Es ist das Wahllokal, wo Brexitanführer und ehemaliger Londoner Bürgermeister Boris Johnson bald  seine Stimme abgeben soll. Georgia Bendath, 29 kommt aus dem Wahllokal in dem sie gerade für Remain stimmte und beschreibt Boris als Idioten, weswegen hier die ganze Show laufe, während kein einziger Mensch drinnen sei.

20.10 Colebrook Street, Islington. Vor dem Wohnhaus Boris Johnsons steht ein Polizeieinsatzwagen und  ein bewaffneter Beamter zusammen mit vier Photographen.

20.40 LSE, Kellner mit Schleife bieten Leckerbissen vor eleganter Crowd an, ehemaliger LSE Student John Evans, 67 und seine Frau Jane kamen aus der Grafschaft West Sussex heute extra hier her, um bei dieser akademischen Veranstaltung zum Referendum endlich Fakten zu erhalten. Beide sind im Remain Lager.

21.05 Prof. Kevin Featherstone beginnt die LSE Veranstaltung und dankt erst mal seinen zahlreichen Kollegen. Im vollen Auditorium stehen Sektglaäser und Bierflaschen.

22.00 Millbank Tower, 29. Stock, Vote Leave.EU Party. Der Veranstaltungssaal ist nur halbvoll. Der Ukip Europaabgeordnete Raymond Finch, sagt er hofft, dass er heute seinen Job verliert und einen echten Job bekommt. Es gehe darum, dass man auf die Arbeiterklasse höre und um Souvereignität. Im Hintergrund singt die Band, alle Mitglieder sind schwarze Menschen, ganz im Gegenteil zum Rest der Anwesenden, “Wishing on a Star”. Doch die ersten Resultate des Referendums kommen nicht wie erwartet jetzt, sondern  sollen erst gegen Mitternacht einrieseln.

Die Kollegen vom Deutschen Handelsblatt sind auch da, mit ganzen drei Personen, und haben sich Papierhütchen mit Unionjack aufgesetzt.

22:35 Millbank Tower. Zwei der Sicherheitskräfte unterhalten sich am Eingang auf polnisch. Einer von ihnen, Martyn witzelt: “Noch reden die Leute mit mir hier”.

22:40 Abingdon Street, College Green, gegenüber dem britischen Parlament: Dean John, 52 hält ein Plakat mit dem Titel “Verrottetes Europa”, hoch und erklärt, “Gott wird Grossbritannien retten”!. Liz neben ihm, weht Autofahren mit ihrem selbstgemachten  Schild, “Love Europe, Leave the EU”, entgegen. Neben ihnen steht ein Dorf mit Zelten von über 30 Fernsehanstalten. Am Parliament Square liegen Blumenstraüße für die ermordete Jo Cox, sie wollte in der EU bleiben, und wurde dafür ermordet.

23:25 The Dove Pub, Broadway Market, Hackney, Ostlondon:  Architekturstudentin Emma verkündet, dass sie nach Frankreich ausreisen werde, sollte Brexit gewinnen.

23:38 The Dove Pub: Lautes Geschrei von einer kleinen  Gruppe mit großem blauen Vote Remain Poster. Auf dem Bildschirm vor Ihnen ist gerade das Resultat aus Gibraltar  verkündet worden. The Rock will  in der Union bleiben.  Die Remain Gruppe  zeigt auf die Männer am Nachbartisch aus Südwestlondon, Brexitanhänger, die hier laut ihren Angaben zur Brexitfeier gekommen sind, doch die Nacht ist noch lang. Dennoch spricht Ukip Führer Nigel Farage im Fernsehen davon, dass das EU Lager einen Vorsprung habe. Der 37 Jahre alte Norweger Syver Zachnassen, der Vereingung “Norweger Jugend gegen die EU” , der seit März die Brexitkampagne unterstützten, ist dennoch  noch nicht reigniert.

24. Juni 2016

00:31 LSE: Mehr als 25 Leute stehen vor einem der Fernsehschirm. Ganz vorne ist Sir David Buttler, 92 Jahre alt,  er vervolge jede Wahl seit 1942, und schrieb einst ein Buch zum aller ersten Referendum. Seine Brille ist abber jetzt nach unten auf die Nase gerutscht, man sieht ihm Fassungslosigkeit an. 50.5% der jetzigen Stimmen sind für Out, erzählt die BBC gerade . Professor Luis Garicano von der spanischen Antikorruptionspartei Prodemos gesteht die  momentane Aussicht depremiere und überasche ihn. “Die verlierer müssten eine Entschädigung erhalten”, sagt er. Dr. Swati Dhingra, die heute um 10.00  Uhr hier  Vorlesung halten muss, schafft es dennoch nicht nach Hause zu gehen. Sie fürchtet schlimmste wirtschaftliche Konsequenzen.

01:23 Parliament Square. Ein Straßenreinigungstrupp schmeisst die Blumen zum Andenken Jo Coxs nach und nach in einen Abfallwagen

0:29 Lift Millbank Tower. Ukip Parteimitglieder sprechen über den” verdienten Urlaub auf  Ibiza”. Als der Lift ein paar Etagen vorher stehen bleibt, steigen Journalistinnen von Russia Today ein. Ein Ukiper witzelt mit gefälschten russischen Akzent ARRTI. Keiner findet es lustig.

01:35  Millbank Tower, 29. Stock. Vote Leave.EU Medien Chef Brian Montleith schaut auf den Monitor, neue Resultate zeigen das “Exit” Vorsprung ansteigt: “Fucking Brilliant! That’s Brilliant!, bemerkt er. Die Fenster im Obergeschoss sind inzwischen von angeschlagen, Nigel Faragehält sich  in einem abgeschlossenen Raum auf, da wo vorher noch die Musikband war.

02:00 LSE Die Menschenversammlung vor dem Fernseher ist nun doppelt so gross. Sir David Buttler steht immer noch ganz vorne. Die Out Stimmen sind  inzwischen auf 53% angestiegen Eine dreier Runde, sie sind alle Angestellte der britischen parlametarischen Bibliothek, diskutiert die Resultate. Lukas Audickas will wissen, dass es nicht so schlimm ist. “Wir wissen, dass sind nur die ganzen dörflichen Gemeinden”!  An einem anderen Tisch argumentiert IT Dozent Derek Groen, 34, dass man schnell allen Universitätspersonal fünf Jahresverträge geben müsse, denn wenn die europäischen Gelder verschwänden, würden auch das akademische Personal gehen. Seine Frau Moqi Groen-Xu ist sauer, daß all dies gerade ausgerechnet an ihrem Geburtstag geschehe.

02:55 LSE Die Resultate Resultate aus London  kommen: Die Leute in der LSE freuen sich. Endlich kommen die  Stimmen für den Verbleib in der EU, doch die Freude ist nur kurz. Alle müßten den Saal räumen, sagt eine Frau, man müsse die Uni um 0300 dicht machen.

03.11 Bar Italia, Frith Street, Soho, West End:   Fußballfreunde Jo, David und Nick alle mitte 50, streiten über das Referendum und schauen gebannt auf den grossen Bildschirm an der Wand. Der rumänische Crossdresser im Minirock und Stöckelschuhen Constantin Tianmic, 25  spricht von Politricks, und sagt, “er kann es fühlen, dass alles noch gut ausgehen wird”. Er hat vor hier bis um 06.00 Uhr zu bleiben.

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Referendumnacht Bar Italia, Foto Daniel Zylbersztajn (c) 2016

03.46 Millbank, Erdgeschoss. Die Party hat sich  von oben ins Erdgeschoss  verlagert und ist guter Laune.  Raymond Finch, MEP, sieht aus als sei alle Bürde von seinen Schultern gefallen. “Dies ist worauf ich seit 10 Jahren gewartet habe. Freiheit, wir haben unsere Freihit wieder”!, jubelt er. Er will das ganze gleich mit mehr Bier feiern, aber an der Bar gibt es nur noch Wasser. Die Athmospäre steigt mit Aufregung und Wichtigkeit, ein Resultat nach dem anderen ist für “Out”.  Die Menge schreit “we want Out!”

03.55 Nigel Farage betritt den Raum und stoeßt auf einen Freund. “45 Jahre, ich kann es nicht glauben”!, teilt er diesem mit, mit Tränen in den Augen, und verfolgt von Kameras. Es folgt eine Rede, die vom Sieg für echte Menschen gegen den Kampf der großen Politik spricht und dem “Morgen der Unabhänigkeit”.

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Nigel Farage vor seiner Siegesrede, 24 Juni 2016, Foto Daniel Zylbersztajn, (c) 2016

04.10 Die Fernsehübertragung spricht vom stärksten Fall des Pfunds seit 1985. Ein Mann im Saal ruft, “Yeah, hoch auf den britischen Export”. Farage wird von verschiedenen Kamerateams interviewt, hinten an der Bar gibt es Schinkensandwichs. Jedesmal wenn ein weiteres Out Resultat gemeldet  wird,  schreien die Anwesenden “Yeah”!

04:40 Tageslicht kommt auf, und die BBC verkündet, “Der Brexit sei eine sichere Sache”!

04:50 Bar Italia, Soho: In der Bar Italia ist nur noch ein Gast übrig, auch der Crossdresser ist weg. Der Bulgare erzählt, dass alle gegangen seien, weil sie es nicht mehr mitansehen und ertragen konnten. Er selber sei aber glücklich. “Die EU ist  schlimmer als Bulgarien unter dem Kommunismus”, behauptet er ohne es zu begründen.

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Mit dem Frust des resultates, konnten sich Londoner nicht mehr länger halten. Bar Italia leer, nachdem das resultat klar war, Foto Daniel Zylbersztajn (c) 2016

05.11 Ein Pressekordon baut sich vor Downing Street auf.

05.17 Parliament Square Jo Cox  Blumen sind alle weg.

06.00 St. Pancras International Bahnhof: Craig, 34 wartet auf den Eurostar. Er sagt er ist zufrieden mit dem was gerade passiert sei. “Jetzt haben wir die Freiheit um zu handeln mit wem wir wollen”. Er liebe Europa, aber nicht die EU. Emma Hasselbach, 19 aus Washington State, die ebenfalls gleich nach Paris fährt, macht das das Resultat des Brexit jedoch Angst. Ich sehe jetzt, dass so was auch bei unseren bevorstehenden Wahlen in den USA passieren kann, und da wartet kein anderer als Donald Trump.

06.30 Am Kings Cross, dort wo Philip noch am Vortag stand liegt nur noch ein Flugblatt von ihm auf dem dreckigen Strassenpflaster.

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Gegen  sechs Uhr Morgen am St Pancras Bahnhof mit dem Resultat klar, Foto (c) 2016Daniel Zylbersztajn


08:10 David Cameron tritt vom Amt des Premierministers zurück

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Kings Cross 6.30, 24.6.2016

 

 

Zum Ende noch ein Foto, welches ich bei der pro EU Demo nach dem Referendum aufnahm. I am Brit (ish) schrieb da einer. Auf Deutsch, beduetet die ish Zufügung, dass man so mehr oder weniger etwas ist.

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March for Europe, London 2/7/16 All Rights Reserved Daniel Zylbersztajn (c) 2016

Berichte Sommer 2016

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Plakat in Dudley, erzählt stolz von dem was hier geschah, auch Wochen nach dem Referendum, der Zeitunkt als dieses Foto gemacht wurde. Foto (c) Daniel Zylbersztajn, Ale Rechte vorbehalten!

Dieser Sommer war einer der vollsten, journalistisch gesehen,  seit Jahren, verantwortlich dafür war das Brexit Referendum. Bei alledem ist es vielleicht überraschend, dass manches von aus meiner Feder nicht einmal veröffentlicht wurde.  Doch soviel verlangten Redaktionen von mir, dass zwei meiner Berichte im August, beide bestellt und befürwortet, es handelt sich um ein Interview und einen aufwendigen Bericht, nicht veröffentlicht wurden. Die Zeitung hatte mit dem Aufruhr in Großbritannien einfach zu viel bestellt. Im Grunde ist das immer ärgerlich, da gerade einer der Berichte in denen ich sechs Geschäftsführer interviewte, darunter auch große Namen, sehr zeitaufwendig war, sowohl für mich, als auch für die Geschäftsführer, die mir ihre Zeit zur Verfügung stellten.  Das Interview war ebenfalls aufwendig, verhandelt und arrangiert mit Damien Chalmers, einen Professor der LSE aus seinem Urlaub in Südost Asien.

Solche Dinge passieren leider im Zeitungsgeschäft und leider sind beide Berichte inzwischen nicht mehr so aktuell wie sie im August waren.

Neben dem Brexitreferendum lief der Arbeiterpartei Wahlkampf, wo sich Jeremy Corbyn ein zweites Mal einer Wahl unter den GenossInnen stellen musste, siehe Der Kampf um den Kopf Corbyns.

In “Dem Alten immer noch treu” besuchte ich die zwei Bezirke Islingtons in London, von Jeremy Corbyn und seiner Parteivertrauten Emily Thornberry, sowie eine Veranstaltung des Herausforderers Corbyns, Owen Smith. Die guten Worte zu Corbyns kamen in seinem Bezirk von allen, so sehr schwärmten die Bewohner dort von seinem Einsatz als Abgeordneter, ganz im Gegensatz was parlamentarische Mitglieder der Partei von ihm dachten. Dennoch gewann Corbyn im September mit großer Mehrheit die Wahl zum Parteivorsitz.

Doch mein Einsatz für die Jüdische Allgemeine bedeutete auch, dass ich die Anklage des Antisemitismus in Labour untersuchen musste. In Labour und der Judenhass wurde diese Problematik deutschen Lesern vorgestellt.

In der Zwischenzeit gab es auch Anderes: Am 25. August erschien von mir ein Beitrag zu Prinzessin Alice, der verstorbenen Mutter von Prinz Philip. Die Zeitung nannte es “Die vergessene Helferin”.  Im Grunde gab es hier nichts Neues, meine Recherchen folgten stark Hugo Vickers, ihrem Biographen. Doch ist ihre Geschichte weder in Großbritannien, und noch weniger in Deutschland bekannt. Alice hatte auf der einen Seite viele Menschenleben gerettet, dabei eine jüdische Familie,  und kämpfte andererseits nach schweren Erlebnissen mit ihrer eigenen mentalen Gesundheit. Es führte zu einer bedauernswerten Beziehung zwischen Philip und seiner Mutter, der seine Mutter kaum sah.

Drei Tage vor dem Erscheinen dieses Berichtes, konnte man einen kurzen Kommentar von mir lesen, als in München ein Amokläufer um sich geschossen hatte, und die Stadt zum Stillstand brachte. Doch schon einige Wochen später würde ich bei einem ähnlichen Angriff (Zylbersztajn: Londons diffuse Terrorangst) eines mental instabilen Mannes in London. Ich bat sofort um die Erlaubnis, hierzu einen Kommentar verfassen zu dürfen, und so schrieb ich darüber, was wirklich Menschen in London terrorisiert.  Die eigene Jugend mit gewetzten Messern. Das Problem heißt nicht Terror. Interessanterweise lebte ich eich einst 15 Minuten vom ersten und heute 15 Minuten vom zweiten Tatort entfernt.

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Roboter auf sechs Rädern…  zukünftiger Postbote?  Foto (c) Daniel Zylbersztajn

Neben einem Rendezvous mit einem Roboter, kümmerte ich mich weiter um Großbritannien nach dem Referendum.

So fuhr ich für die Wochenendtaz in verschiedene Regionen Englands. Zuerst ging es nach Ost-und Nordlondon, wo ich der Antipathie gegen Osteuropäer nach dem Referendum nachspürte, und wie die davon betroffenen Menschen aus Polen, Litauen und Rumänien darauf reagieren. Daraufhin reiste ich  nach Dudley, in den britischen Midlands, eine verarmte Gegend zwischen Birmingham und Wolverhampton, wo keine Gelegenheit fehlte ganz verschiedene andere  (Im Land der Schuldzuweisung) zu beschuldigen.

2016-10-08-00-24-01-2Auch nach Batley, den Bezirk in Westyorkshire wo die Labourabgeordnete Jo Cox umgebracht wurde, wurde ich geschickt um die Atmosphäre in England nach dem Referendum aufzunehmen.

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Larry Sanders konfrontiert englische Separatisten in Witney. Foto (c) 2016, Daniel Zylbersztajn

Ein anderer Besuch galt Witney in Oxfordshire, wo ich Larry Sanders, den Bruder Bernie Sanders im Wahlkampf für die englischen Grünen begleitete.

Auch die nächsten Monate versprechen interessant und voll zu werden, von politischer Ruhe kann hier, wie anderswo keine Rede sein. Bis März 2017 soll der Artikel 50 verabschiedet sein.

2016-10-22-13-55-21Währenddessen endeten auch meine acht Monate mit dem deutschen ADAC Reisemagazin, für welches ich an der Südengland Ausgabe aus London zentral mitarbeitete und fast unmögliche Anfragen herbei zauberte, wie eine Frau, die Butlerin ist, sowie eine andere Frau an der Spitze von McLaren. Für die Menschenprofile und den Hauptbericht für die Kulinarik reiste ich durch ganz Südengland, und traf speziell ausgesuchte Interviewpartner, und musste danach einstündige Interviews in wenigen Zeilen wiedergeben. Die Redaktion pries meinen Einsatz öffentlich in der Ausgabe, mit den Worten “Best Boy, der einfach alles mitmachte”, doch die Wahrheit ist, dass es im Grunde auch Spaß machte. Anders als in politischen oder sozialkritischen Berichten, ging es hier auch um das seltene Betreten exklusiver oder versteckter Welten. So sah ich was in einigen prunkvollen privaten Gutsbesitzen passiert, sprach mit verschiedenen Pfarrern über den Sonntagsbraten, oder observierte eine der wenigen Perückenmacherinen, die Perücken nach alter Tradition für Anwälte, Richter und Bischöfe herstellt. Nebenbei schwammen einer der Fotografen und ich nach der Arbeit bei rarer Gelegenheit in der Themse. Wahrscheinlich war es die schwimmende Kanalüberquererin, die ich ebenfalls für das Magazin interviewte, die uns dazu animiert hatte.

Brexit sentiments are not “the genuine fears of hard working people!”

Half of Brits, according to latest polls, want to leave the EU. I shall not stay here, when the country crumbles to pieces and human rights get cut the way social services are cut at present. The problem is that both Tories and Labour bent down for too long to populist sensationalist ethnocentric phobia on the excuse that these expressions were “genuine fears of hard working people.” They are not! They are the misguided scapegoating of immigrants and the EU for the sell out of this country and all its inequalities from top down over centuries and decades. Does it hurt too much to point fingers at fine distinguised people just because of their position and because they are also Brits and above all English, or is it an inability to do so, because somehow the state of order here is accepted and people feel it is easier to blame outsiders? That attitude we know has amongst others let to decades of whitewashing of sexual abuse cases. You could not possibly blame the homegrown privileged, could you? But there is hope. Once Britain closes itself off, it will have to find new victims to blame. Perhaps this would induce a closer look at how power is divided here, given not by merit, but mostly by innate or economic advantage.

Frauenfussball World Cup: In England ist Fussball beliebtester Teamsport unter Frauen – Womens Football – World Cup In England football is most popular sport amongst women

Mein Beitrag zur 2015 in : Der Plan geht auf – taz.de taz.de/!5204252/ Frauenfußball in kickt auf!

My contribution in German Taz, die Tageszeitung taz.de/!5204252/ in UK beginning to rock!

Eine Weltstadt für Reiche – World Capital for the rich

Auf Deutsch AND SUMMARIZED IN ENGLISH

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Hier stehen weitere Angaben zu meinem Bericht in der Taz, 5/5/2015 “Eine Weltstadt für Reiche / 14 Millionen für ein Zimmer“. Bilder und weitere Ausführungen, die nicht mehr in der Druckausgabe Platz hatten.

Supplementary notes to my article a “World Megapolis for the Rich / 14 Million for a Room“, (5/5/2015) in the German taz, amongst others images and text that could not be fitted in the tight parameters of the paper, already sacrificing a whole page for my report.

Dort wo früher noch in jeder Straße eine Bäckerei war, stehen heute Lokalbotschaften des Londoner Immobillienbooms. Im Fenster kein warmes Brot, sondern Bilder von Wohnungen und Häusern. Makler und private Hausverwaltungsagenturen haben Hochkonjunktur. In manchen Gegenden wie etwa im hippen Shorditch, Kaffee trinkenden Islington und opulenten Knightbridge, können es mehr als ein Dutzend solcher Geschäfte in einer einzigen Straße sein, die versuchen vom Hausmarkt in London zu profitieren.

Where before there were bakeries, today there are newsagents. In some single streets more than a dozen attempting to profit from the London housing market.

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One Hyde Park in Knightsbridge, ein Richard Rogers Bau. Ein Einzimmerapartment kostete dort im Januar ganze £10 Mio Pfund (€17.74 Mio).

One Hyde Park in Knightsbridge, where you can acquire a one bedroom apartment for but £10 Million Pound

Demoplakat bezgl Whnungen

An Wohnungen fehlt es dennoch überall. In der Londoner Wohnungsstrategie des Bürgermeisteramtes musste im Januar die jährliche Rate für Neubauten um 10.000 pro Jahr gegenüber den Raten vom Vorjahr erhöht werden. So sollen über die nächsten Jahre in London 42.000 Wohnungen pro Jahr neu erschaffen werden, und auch diese Zahl ist bereits zu niedrig. Nach Vorrechnungen des Bürgermeisteramtes selber, braucht London eigentlich jährlich zwischen 49,000 und 62.000 neue Wohnungen.

There is a lack of housing units, London would need up to 62.000 flats a year, according to calculations of the mayor’s office.

Elephant Park

Drei neue wunderschöne Neubauten wurden errichtet, mit dem süßen Versprechen, dass bald alles so aussehen würde, und ein Park solle auch dazu kommen. Es waren aber einzigen Häuser mit besonders schöner und menschenfreundlicher Architektur. Als im Jahr 2007 Labour nach einer Pause an die Macht kam, sagten sie dem Plan innerhalb einiger Monate zu, und er erschien jetzt in neuer Form, höher, gedrängter, mit weniger Parkland. Nach Southwarks Verfügung hätte die Stadtregierung auf 50% Sozialwohnungen für den Bau pochen müssen, das tat sie aber nicht. Die Rate der Sozialwohnungen wurde zuerst auf 35% heruntergehandelt, ein Versprechen des letzten Londoner Bürgermeisters Ken Livingstons, doch, letztendlich akzeptierte Southwark 25%, mit insgesamt 585 Wohnungen für Menschen in den niedrigeren Gehaltskategorien, davon 212 Wohnungen als „erschwingliche Wohnungen“, definiert durch eine Mietpreisreduktion von 20% oder mehr vom Marktpreise und 294 weitere als Wohnungen zum Teilankauf. Trotz der Wohneinheitserhöhung wird Elephant Park nur 79 echte Sozialwohnungen anstatt der vorherigen 1200 haben. Anwohner gründeten eine Lobbygruppe, die 35 Prozent Gruppe, die sich auf das Versprechen des Londoner Bürgermeisters stützt. Auch Heygate Eigenheimbesizter konnten den Wohnkomplex nicht retten. Einige streiten noch heute über ihre Entschädigung, denn der Wert der Wohnung wurde viel zu niedrig angelegt, mit dem was “Elephant Park” später einmal wert sein soll. Der Wohnrechtler und Akademiker Bob Colenutt, 72, der Gruppen, wie die 35% Gruppe bezeichnet all dies als „social cleansing“,

Ein Bericht der Londoner Wohnungskommission im Londoner Rat (GLA), der im Februar 2015 herauskam bezeugte den im Heygate Estate zu observierenden Trend Londonweit. Mit der Restauration von 34213 Sozialwohnungen in London wurde die Zahl der Wohneinheiten zwar auf 67601 erhöht, aber die Anzahl der echten Sozialwohnungen ging trotz dieses Anstiegs auf 22135 zurück. Man nahm zumindest an, Southwark hätte zumindest mit dem Projekt den Bauunternehmer gut zur Kasse gebeten. Doch auch das war nicht der Fall. Durch einen administrativen Fehler kam der Kaufpreis, den das australische Bauunternehmen Land Lease für Elephant Park zahlte an die Öffentlichkeit. Nur 50 Millionen Pfund, ein Bruchteil von dem, was das Gelände Wert ist.

In Elephant and Park the real council flats on site were reduced from 1200 at the Heygate Estate to 79 through the redevelopment. Statistics confirm, the amount of social housing is going down in spite of new flats being built. This is not an accidential development.

Baustelle London, hier Old Street

Building-site near Old Street London (c) Daniel Zylbersztajn

Laut einem befragten Bauunternehmen, einem der großen in London, die auch für Sozialwohnungen verantwortlich sind,  investieren nicht alle Unternehmen qualitativ in ihre Bauprojekte.  Bei ihnen sei das anders, denn es zahle sich später aus. “Wenn ein Wohnkomplex beliebt wird, gewinnen alle”, sagt der Bauunternehmer, “und es wird mehr wert. „Gerade bei Großprojekten muss sorgfältig gebaut werden, auch aus Eigeninteresse wenn man auf einem Großbau die nächsten15 Jahre ist, und das Bauobjekt sogar darüber hinaus managet, dann können die ersten Wohnungen nicht nach 15 Jahren schon zusammenfallen, sondern müssen solide sein.“ Bei anderen hat er bereits Projekte in London gesehen, wo „nur fürs schnelle Abzocken gebaut werde“.    Bei den soliden Firmen wie ihnen selber, würde nach einem natürlichen Zyklus gebaut, „einige stattdessen kommen erst, wenn sie Hoffnung auf Gewinn haben“.     Die Regierung müsste mehr auf Qualität pochen, welche dann das Volumen vorgibt oder limitiert. Dabei könnte lokaler Input der Anwohner das Design eines Planes dramatisch verbessern, und so sollte nach bester Praxis ein Plan nicht schon ein fertiger Deal sein, ohne dass man mit der Lokalbevölkerung überhaupt seriös gesprochen hat.

Some build just for quick money, told me one senior execuitive of a major developer in London. Input of locals should be essential.

(c) Mount Pleasant Forum

(c) Mount Pleasant Forum

Aber auch hier gibt es solche in London, die diesen konsultativen Prozess nicht ernst nehmen. Als zwischen den Stadtteilen Camden und Islington auf einem ehemaligen Postgelände bei Mount Pleasant mehre riesengroße 15-stöckige Wohnblöcke mit etwa 700 Wohneinheiten gebaut werden sollen, ist die Konsultation nur eine Scharade. Die Planer schicken ein paar Leute, die selber keine Ahnung haben. Auch hier wurde der Erstarchitekt (Terry Farrows), dessen Pläne noch relativ kunstvoll dezent waren und sich in die historische Gegend fügten, gefeuert, und die Wohnungen noch aggressiver und höher ausgeführt, ohne Achtung darauf, wo die Kinder dieser Menschen, die hier leben, in die Schule gehen sollen und wo man zum Hausarzt geht oder einkaufen soll, eine Entwicklung im Übrigen, die mit der Privatisierung der Royal Mail unter der liberal-konservativen britischen Regierungskoalition im Zusammenhang steht. Auch hier wurde mit der Anzahl der Sozialwohnungen gepokert. Die Bezirke Islington und Camden fordern grundsätzlich eine 50 prozentigen Teil der Neubauflächen für erschwingliche und soziale Wohnungen. Doch dies wurde vom Bürgermeister Boris Johnson und Royal Mail auf 12 Prozent heruntergeschraubt. Die Anwohner, in der Annahme, dass sie das Objekt nicht stoppen können, konterten mit einem plausiblen und professionell ausgearbeiteten Alternativplan, mit niedrigeren Gebäuden und verbesserter Infrastruktur welche der Geschichte und dem Umfeld der Gegend gerecht wird. Als dieser Antrag durch die normalen Instanzen gehen musste, wandte sich Royal Mail an den Bürgermeister Boris Johnson, der ein Veto einlegte, und den demokratischen Prozess zerstörte mit der banalen Anschuldigung, dass es sich hier um den Protest„revolutionäre Bohemier“ handele. In Wirklichkeit besteht der Großteil der Anwohner so seinem sozialem Mix, genau jener, der beispielsweiße in Elephant und Castle so erstrebenswert war. Als ob er den Anwohnern nun doch etwas geben wollte, erhöhte der Bürgermeister den Anteil erschwinglicher Wohnungen am Ende auf 24 Prozent. Einer der Leiter Mount Pleasant Anwohnergruppe, Edward Denison, selber Architekturexperte, bezeichnete „als Teil eines altbekannten Spielchens“.

At Mount Pleasant original plans by the famous architect Terry Farrows got soon thrown overboard, and developers planned a colossal sky rocketing development that would fit in the area like an UFO from space. It would rake light away and there was no planning of ammenities and infrastructure. The development had similar issues with the rate of social housing and in a very bold move the mayor Boris Johnson personally intervened. The locals, knowing they can not prevent the plan designed an alternative, that was a little lighter and greener and fitted better in the area. They are yet awaiting an appropriate reaction to their proposals.

Spitalfield Market mit Norman Foster Verputz

Nicht nur gegen das später veränderte Elephant Park Projekt und Mount Pleasant, wehrten sich die Londoner Anwohner. Im Osten verloren Anwohner und Architekturenthusiasten den Kampf gegen den Abriss von Robin Hood Gardens, ein 70ger Jahre Sozialwohnblock im Stil vom Heygate Estate. Nun wird die Londoner Stadtbehörde Tower Hamlets dort neue Wohntürme aufstellen, die nur wenige wollen. Ja fast allen Stadtteilen gibt es ähnliche Probleme und Kämpfe, die meisten mit relativ wenig erfolg.

Spitalfield Market (c) Lucy Rogers

Spitalfield Market (c) Lucy Rogers

Einer der ersten war die Kampagne gegen den Umbau des Spitalfield Marktes, zwar kein Wohngebäude, aber ein beliebter und bunter Markt, der die gesammte lokale Stadtgemeinschaft anzog. „Das einzige was wir mit unserem Protest erreicht haben“, erzählt einer der Hauptprotagonistinnen Lucy Rogers, „ist das Erhalten einer einzigen Fassade“. Der Umbau führte zu einen dramatischen Anstieg der Mieten, und das Verschwinden nahezu aller kleinen Geschäfte und Marktstände. Stattdessen gibt es dort jetzt die üblichen Ketten und Geschäfte des Luxusbereichs. Auch in Tottenham konnten die Anwohner nicht gegen die neuen Pläne des Fußballvereins Tottenham Hotspurs in Vereinigung mit der Stadtbehörde Tottenham agieren, der Carpenter Estate vor dem Olympiapark, vor den olympischen Spielen ein Hauptstreitpunkt in Sachen Wohnungen (SIEHE TAZ http://www.taz.de/!98092/ ) steht heute nahezu leer, und ohne Verwendung. Hier sollten nach Umbau erst Luxuswohnungen, später dann Studenten leben. Beides viel durch, letzteres auf Grund von Studentenprotesten in Solidarität mit den Menschen die hier einst wohnten. Neben dem ehemaligen Olympischen Dorf selber und um das Olympiagelände herum, tummelt es an nacholympischen mehrstöckigen Wohnbauprojekten.

There are many similar stories from different corners of London, such as Robin Hood Gardens and the Carpenters Estate in the East or the Tottenham Hotspurs Redevelopment in the North. At Spitalfield Market a long standing campaigner, Lucy Rogers, said, all she and the others could save in the end is not the market but an original fascade.

New Era Estate, (c) Daniel Zylbersztajn, All rights reserved

New Era Estate, (c) Daniel Zylbersztajn, All rights reserved

Doch es gibt auch ein paar Erfolge. Als ein amerikanischer Anleger den New Era Sozialwohnblock in Hoxton letztes Jahr kaufte, wollte er die Mieten erhöhen. Immerhin liegt der Altbaukomplex am Fuße des superhippen Stadtteils Shorditch und nicht weit vom Londoner IT Zentrum um Old Street. Die Mieter und einige Eigenheimbesitzer jedoch, unter der Initiative zweier Mütter, alleinstehend und „britisch Working Class“ im Jogginganzug und mit lackierten Fingernägeln, gingen auf die Barrikaden. Mit Hilfe des Lobbyisten Russell Brand, er schrieb im selben Jahr ein Buch namens Revolution, machen sie so viel Krach, dass der Anleger unter Druck kommt und den Wohnkomplex innerhalb acht Monaten an eine wohltätige Wohnungsstiftung verkauft. Lindsay Garrett, einer der beiden, sagt, es fing an für Bürgermeister Boris Johnson peinlich zu werden. Hätte die Kampagne länger angehalten , hätte das ungewollte Schlagzeilen bedeutet, die auch auf andere ähnliche Fälle gezeigt hätte, Auf Politiker konnten sie wenig hoffen. Ihre Parlamentsabgeordnete Diane Abbott (Labour) „sei erst in letzter Minute dazugestoßen und hätte sich dann in der Masse gebadet, als ob sie schon immer für die Sache gewesen sei“. Jetzt denkt Garrett selber in die Politik einzusteigen, „für die Sozialisten oder die Grünen“, sagt sie. Einer der wichtigen Gründe des Erfolges war, behauptet sie, dass alle im Wohnkomplex zusammen hielten. Sie, und andere wollen nun eine Londonweite Lobbygruppe aufbauen, den eines der Probleme sei die Größe Londons und das „nicht über die eigene Nachbarschaft schauen“. „Was an einer Stelle passiert, wiederholt sich überall in London“, sagt Lucy Rogers, eine campaignerin von Spital Field Market. „Die Bauunternehmer, Investoren und Planer wissen das, aber die Normalbürger nicht Man könnte viel angewandter die Stimme der Bevölkerung vertreten, wenn sich Nachbarschaften gen den Ausverkauf vereinen und Informationen austauschen“,

There were some successes. At the New Era Estate in Shorditch Hackney, campaigners managed to steer off rent increases with a little help of Russell Brand. The estate that was purchased by a profiteering American group, was sold off to a housing charity  without much further ado. Now they and others attempt to join hands for a London-wide campaign against the sell out of London’s flats.

Aufruf zum Marsch Januar (c) Daniel Zylbersztajn

Aufruf zum Marsch Januar (c) Daniel Zylbersztajn

Die einzige wirkliche Hoffnung bleibt die angekündigte überregionale Londonweite Vernetzung von verschiedenen Lobbygruppen. Doch bei einem Marsch zum Thema Londoner Wohnungskrise im Februar blieb die Anzahl der Demonstranten enttäuschend niedrig. Obwohl es ein londonweites Problem ist, beschränkte sich die Anzahl der Demonstranten auf nicht mehr als je nach Bericht mehrere Hundert oder Tausend. Obwohl die Kampagnen der letzten Jahre kleine Erfolge verbuchen konnte, bedarf es eines Wachstums des öffentlichen Bewusstseins dazu. Doch in einem Land, welches im Gegensatz zu Deutschland, obsessiv an den Besitz des Eigenheims glaubt, ist das alles andere als leicht. Doch vielleicht wird einmal genau der Ort dieser Wohnbaupolitik sich selber zum Opfer. Das britische Parlamentsgebäude ist nämlich laut neusten Angaben in einem erbärmlichen Zustand. Der Sprecher des Hauses John Bercow gab an, sollte es nicht renoviert werden, so werde es bald untauglich für politische Zwecke. Bestimmt mag aber eine Wohnbaugesellschaft sie in Luxuswohnungen umbauen.

Sad news is that a recent march in January, was not as large as it sould have been, given the size of the problem. But perhaps it will soon be solved by other means. The speaker of the house of Parliament said recently that the House was in a bad state and needed essential repair. One wonders if it could not rather be sold off and converted into luxurious flats by a developer. It surely is a prime location second to no other.

(c) Daniel Zylbersztajn

(c) Daniel Zylbersztajn

Wahlnotizen aus Essex – Election Notes from Essex

Zusätzliche Bilder und Text aus Essex zum Taz Wahlvorbericht Großbritannien (Johnson / Zylbersztajn) (Hier: taz.de/Unterhauswahl-in-Grossbritannien/!159231/)

Pictures and text supplementing the pre-election text in the German taz weekend (read here Johnson / Zylbersztajn:  taz.de/Unterhauswahl-in-Grossbritannien/!159231/)

Haltestelle Benfleet.  Viele arbeiten in der Londoner City

“Mitten in Essex liegt Benfleet, eine dreiviertel Stunde mit dem Zug entfernt von Londons Finanzbezirk. Die meisten der fast 50.000 Einwohner sind Wohnungseigentümer mit einer ungewöhnlich niedrigen Anzahl von Sozialwohnungen unter fünf Prozent.”

In the Middle of Essex you find Benfleet, 45 minutes by train from within the London financial district. The majority of the 50.000 residents are home owners, with an unusual low figure of socially rented flats.

Typische raktionaere Fans. Ein Waffenladen in Benfleet mit Ukip Poster.

“Auch hier bestrafte man letztes Jahr die Torys mit den lilafarbenen Pfundsymbol gewappneten Männern.”

It is here too, that the tories were punished by the men wearing the purple emblem.

Konservative Abgeordnete beim Lamentieren im Wahlbuero in benfleet

Rebecca Harris, die hier seit dem Jahr 2010 den Sitz Castle Point, zu dem auch Benfleet gehört, in Westminster vertrat, will einen Sieg des Ukip Kandidaten in den Nationalwahlen verhindern. Sie erzählt von immer wieder heruntergerissenen Plakaten und wie Ukip versuche mit Gerüchte und irrelevanten Argumenten Punkte zu sammeln, beispielsweise mit der Tatsache, dass sie nicht in der Gegend lebe. „Der Ukip Kandidat ist selber erst im März hier hergezogen und gibt sich jetzt als Einheimischer aus. Der Kandidat der aber hier am längsten wohnt ist der von Labour!”

Rebecca Harris is the Conservative MP of Castle Point,of which Benfleet is a part. She wants to prevent Ukip entering parlament. She states that many of her posters are torn down, and how UKIP creates rumours about her, and would point at the fact that she would not live here. “However,” she points out, “the UKIP candidate only moved here in March, and now claims he is a native. The only person who lived here for a long time is the Labour man.”

Will Ukip waehlen, Schellackpollierer Lee O'Brian, 56, Benfleet

Polierer Lee O’Brian, will eigentlich Ukip wählen. Doch das Argument, dass eine Stimme für Ukip die schottischen Nationalisten mit Labour in die Regierung bringen könnte macht ihn Sorgen.

The French Polisher Lee O’Brian wants to vote for UKIP. “Most jobs in the building industry are undercut by Easter Europeans,” he argues. But an entry of the SNP into government alongside Labour worries him.

Strasse in Benfleetmit Ukip und Konservativen Plakaten

Obwohl die Konservativen und Ukip überall plakatieren und vehement Wahlkampf  führen, ist der Enthusiasmus für die einen oder die anderen begrenzt.. Bei den Lokal-und-Europawahlen im letzten Jahr gaben hier 69% Prozent keinen Wahlzettel ab. Köchin Kerry Bird, 46, wird verrät, dass sie genausowenig einen Stimmzettel abgeben werde, wie der neunzehnjährige Spielplatzgestalter Lian Kavaha. Der hat sich noch nicht einmal registrieren lassen, damit er wählen kann.

Altough Ukip and the Conservatives put up placards all over the place, and the battle seems real, many people feel they can not get enthused by all the fuss. At the last elections in 2014 69% of the locals did not vote at all. Cook Kerry Bird, 46, does not want to vote at all. Lian Kahava, 19, a play ground designer, has not even registered to vote, he says.

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Doch diese Herren im “Conservative Club” von Benfleet sind sich sicher, dass sie für die Conservatives wählen werden.

But these gentlemen in the Conservative Club of Benfleet say they will vote only for the tories.

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Markiert durch die unmittelbare Nähe zur Themse, mit kommerziellen und Privaten Anlegerstellen und Fabriken wie der Pharmakonzerns Proecter Gamble, sieht man im unauffälligen Stadtzentrum merklich viele Ein-Pfund Billigläden und „Cash Converter“, Geschäfte in denen man Gebrauchtes für Geld eintauschen kann. Grays, ein paar Hanltestellen von Benfleet entfernt,  ist auch die Geburtsstadt des Komikers und bekannten Lobbyisten Russell Brand. Er forderte, dass keiner wählt, und so beim politischen Spiel nicht mitzumachen, und einige vor Ort bestätigen diese Ansicht, obwohl sie das nicht wegen ihm tun, sondern aus eigenem Missmut zur Politik.

Being near to the Thames, with many commercial and private harbours, and many factories like the pharamceutical company Proecter Gamble, Grays is a town that is not very distinct from many others, except for its unusual high amount of One Pound shops and cash converter stores.  It also the former home of Russell Brand, who argues famously that people should not vote. Many echo his views here, though their non affection for the political game is genuinely theirs.

(c) Daniel Zylbersztajn

(c) Daniel Zylbersztajn

Trotzdem liegt Ukip Kandidat Tim Aker laut Vorhersagen vier Prozent vor Labour und fünf Prozent vor den Konservativen.

In spit of this the UKIP candidate Tim Aker is leading the polls.

(c) Daniel Zylbersztajn

(c) Daniel Zylbersztajn

Mitten in der Fußgängerzone steht Ukip zu trotz ein Einwandererladen „Europa“. Die rumänische Verkaufsassistentin Elena Nistor, sagt die Engländer beschreiben uns so, wie sie selber sind.

Amidst the pedestrianised centre stands a Europe store, as if to spite UKIP.  Romanian shop assistant Elena Nstor claims that the English describe them in a way, that applies much more to themselves.

(c) Daniel Zylbersztajn

(c) Daniel Zylbersztajn

Auch Barkan Ozgur, 22, mit türkischen Familienhintergrund, der im türkischen Grilllokal Asya Mangal gleich neben dem Bahnhof von Grays arbeitet, behauptet. „Grays ist ein Scheißloch“!  „90 Prozent leben hier von der Sozialhilfe, und davon sind viele alleinstehenden Eltern“, weiß er zu wissen“. Obwohl dies übertriebenen ist, nur 13% der Bewohner erhalten Sozialhilfe, nationaler Durchschnitt, stimmen ihm die vier anderen Anwesenden zu. Vielleicht liegt es daran, dass der Großteil der Sozialwohnungen, bis zu 14-Stoeckige graue Hochhäuser, fünf Minuten von hier stehen. „Wir sind die einzigen, die hier arbeiten!“, behauptet auch Wesley Mears, ein 32-jaehriger Projektmanager, dessen Eltern aus der Karibik stammen und weiter „Die weißen Jungs wollen weder für einen Job an einen anderen Ort reisen, noch haben sie oft die notwendige Ausbildung“, glaubt er, und wieder sind sich alle einig.

Barkan Ozgur, 22 who works in a Turkish grill opposite the station says, “Grays is a shit hole. 90 percent of the people who live here do not work here.”  That is exaggerated, as only 13 percent of the residents receive benefits, that is quite the national average. But maybe it is because a lot of the council flats of the area are situated five minutes behind the shop, including some 14 storey high tower blocks. Wesley Mears,32, of African-Caribbean background argues, that white English boys are inflexible when it comes to work: They don’t like travelling to another place for work and often lack the right qualifications. We are the only ones who work here.”

(c) Daniel Zylbersztajn

(c) Daniel Zylbersztajn Ukip Poster in der Mitte. Wohnung in einem Sozialwohnungsbau in Grays. | “Ukip Poster in the middle” Housing Estate in Grays

Der Antikenhändler Mark Johnston, 53, sieht das vollkommen anders, er wir Ukip seine Stimme geben: „Mein jüngerer Sohn hat keinen, der von uns bevorzugen Grundschulplätze bekommen.“ Johnston behauptet, das liege an der Einwanderung von den Osteuropäern. Er sei kein Rassist, hätte sogar polnische Freunde, aber er versteht Grays als bedroht, weil Osteuropäer aus den dort ärmsten Gegenden hier her kämen und sich dementsprechend unmanierlich benehmen würden.

The antique dealer Mark Johnston, 53 wishes to vote for UKIP.  He says he could not get his preferred choice of primary school for his younger son and blames Eastern Europeans for that. He claims he is not a racist, and that he  even has Polish friends. But Grays would be threatened by Eastern Europeans who come from the  poorest areas of Eastern Europe and they would behave themselves accordingly, he says.

(c) Daniel Zylbersztajn Conservatives Wahlplakat in Benfleet  | Poster of teh Conservatives in Benfleet

(c) Daniel Zylbersztajn Conservatives Wahlplakat in Benfleet | Poster of the Conservatives in Benfleet

Ian Davies, 39, in der Tierhandlung gegenüber, umzingelt von Fischtanken, beschreibt sich als den Konservativen verbunden. Seine Stimme kriege jedoch nur jene Partei, welche in den nächsten Tagen am wenigsten dreckigen Tricks spiele. Seine zur Wahl skeptischen erwachsenen Kinder musste er zur Wahl überreden „Das geht nur“, meint Davies im Hintergrund eines kreischenden Papageis, „wenn Politik glaubwürdig und aufrichtig bleibt“.

Ian Davis from a small animal shop argues he is committed to the Tories. But he will only give those the vote who play fairly in the next few days. He says he had to convince his parents to vote and continues, whilst a parrot makes itself heard in the background, that this would only be possible if politicians remain trustworthy and truthful.

(c) Daniel Zylbersztajn

(c) Daniel Zylbersztajn

Seltener sind die Spuren der Labouranhänger!

Much rarer are traces of Labour supporters.